Arbeitslosigkeit erreicht Vier-Prozent-Schwelle

Dies teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) am Freitag mit. Das sind 3729 mehr als im Vormonat. Verglichen mit dem Oktober des Vorjahres beträgt die Zunahme 57,4%. Besonders betroffen von der steigenden Arbeitslosigkeit sind Ausländerinnen und Ausländer: Allein im Oktober verloren 3053 Ausländer ihre Stelle – über vier Fünftel jener Personen, die sich arbeitslos meldeten, hatten einen ausländischen Pass. Die Arbeitslosenquote in dieser Gruppe stieg um 0,3 Punkte auf weit überdurchschnittliche 7,6%. Bei Schweizern blieb die Quote unverändert bei 2,9%.


Jugendarbeitslosigkeit leicht rückläufig
Einen Lichtblick gab es im Oktober bei der Jugendarbeitslosigkeit: Bei den 15- bis 24-Jährigen sank die Zahl der Arbeitslosen um 2,7 % auf 29’183. Grund ist der Beginn von Ausbildungsgängen im Herbst. Die Arbeitslosenquote dieser Altersgruppe schrumpfte von 5,4% auf 5,3%. Unverändert blieb im Oktober das regionale Gefälle. In der Westschweiz und im Tessin waren deutlich mehr Menschen ohne Arbeit als in der Deutschschweiz. In der lateinischen Schweiz stieg die Quote um 0,1 Punkte auf 5,4%, in der Deutschschweiz im gleichen Umfang auf 3,5%.


Genf füht Negativliste an
Bei den Kantonen weist weiterhin Genf (7%) die höchste Arbeitslosenquote auf. Hohe Werte zeigen auch Neuenburg (6,5), Jura (5,7), Waadt (5,5) und das Tessin (5,1). In der Deutschschweiz weisen der Industriekanton Solothurn (4,3), Zürich mit dem stark betroffenen Finanzplatz (4,2) und Basel-Stadt (4,1) überdurchschnittlich hohe Arbeitslosenquoten auf. Am tiefsten ist die Quote im Kanton Appenzell Innerrhoden (1,3).


Weniger offene Stellen
Immer mehr Menschen sind auf Stellensuche: Im Oktober stieg ihre Zahl um 5070 auf 217’972. 13’147 Stellen waren als offen gemeldet, rund 800 weniger als im September. Auf Kurzarbeit waren laut der jüngsten verfügbaren Statistik vom August 46’936 Personen. Das waren 5809 oder 14,1% mehr als im Monat davor. Die Anzahl der betroffenen Betriebe erhöhte sich um 384 auf 3118 (+14,0%). Laut SECO nahmen die ausgefallenen Arbeitsstunden um 13,6 % auf 2,4 Mio zu.


Kein Licht am Ende des Tunnels
Ferner kam es im August 2009 gemäss vorläufigen Angaben der Arbeitslosenversicherungskassen zu 1’781 Aussteuerungen. Licht am Ende des Tunnels gibt es vorerst nicht: 2010 müssten alle Kantone mit einem Anstieg der Arbeitslosenquote um einen Prozentpunkt rechnen, erklärte Volkswirtschaftsministerin Doris Leuthard an einer eigens einberufenen Medienkonferenz.


Nagelprobe folgt im Frühjahr 2010
Allerdings sind die Unsicherheiten gross. Die Nagelprobe dürfte mit dem Auslaufen der staatlichen Konjunkturprogramme im Frühjahr fällig werden, sagte die Bundesrätin. Dann komme es darauf an, ob Private in die vom Staat hinterlassene Lücke springen. Geschehe das nicht, sei ein weiterer Abschwung absehbar. Dass Leuthard bei der Bekanntgabe der monatlichen Arbeitslosenzahlen vor die Medien tritt, ist aussergewöhnlich und auf das Erreichen der psycholgisch wichtigen 4%-Marke zurückzuführen. Üblicherweise kommentiert Serge Gaillard, Leiter der Sektion Arbeit im SECO, die Zahlen. awp/mc/ps/07)

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