ArcelorMittal weiter auf Einkaufstour

Dies teilte ArcelorMittal am Montag in Luxemburg mit. Zudem baut der Konzern ein neues Stahlwerk in Mexiko. Dafür seien Investitionen von 600 Millionen US-Dollar vorgesehen, hiess es. Nach einem geeigneten Standort werde noch gesucht. Das neue Werk soll vor allem Kohlenstoffstahl und Stahlstäbe für den Autobau und das Baugewerbe produzieren. Die Kapazität der Stahlherstellung soll bei einer Million Tonnen liegen. Erst im Juli hatte ArcelorMittal den Kokshersteller Concept Group im US-Bundesstaat West Virginia gekauft. Koks zur Stahlherstellung ist innerhalb eines Jahres um rund 200 Prozent teurer geworden. Nach Arcelor-Angaben produzierte das Werk in Monessen im vergangenen Jahr rund 320.000 Tonnen Koks, wo ArcelorMittal bisher einziger Kunde war.


Rückschlag in China
Einen Rückschlag muss ArcelorMittal aber möglicherweise bei der geplanten Mehrheitsübernahme des Stahlkochers China Oriental hinnehmen. Es sehe danach aus, als ob sein Unternehmen nur eine Beteiligung von weniger als 30 Prozent erreichen werde, sagte ArcelorMittal-Chef Lakshmi Mittal der «Financial Times» (Montag). Die chinesische Regierung könne sich immer noch nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass ein ausländischer Stahlhersteller einen führenden chinesischen Branchenvertreter kontrolliere.


Vergebliches Hoffen
«Wir müssen uns möglicherweise mit weniger zufriedengeben, als wir wollten», sagte Mittal. «Aber auch eine Beteiligung von rund 30 Prozent ist nützlich für uns.» Ende 2007 war bekanntgeworden, dass ArcelorMittal über eine Reihe von Aktienkäufen eine 73-Prozent-Beteiligung an China Oriental aufgebaut hatte. Mittal hatte gehofft, die chinesische Regierung davon überzeugen zu können, dass eine beherrschende Position ArcelorMittals bei China Oriental für die Stahlbranche des Landes vorteilhaft sei – doch nun hat die zuständige chinesische Behörde die Sechsmonatsfrist für die Genehmigung verstreichen lassen.


Kriegskasse aufgestockt
2008 hat ArcelorMittal bereits den Einstieg in den russischen Stahlmarkt geschafft und zudem den US-Baustahlproduzenten Bayou Steel übernommen. Ferner haben die Luxemburger ihre Beteiligung am türkischen Stahlhersteller Erdemir aufgestockt, eine Übernahme in Estland getätigt und ihre Führungsrolle beim US-Stahlproduzenten Noble International Ltd ausgebaut. Erst im Mai hatte sich der Branchenprimus für weitere Übernahmen gerüstet und das genehmigte Kapital von seinen Aktionären um zehn Prozent auf gut sieben Milliarden Euro erhöhen lassen. 2007 gab es bei ArcelorMittal 35 Übernahmen oder Fusionen. (awp/mc/ps/24)

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