Bayer steigert operatives Ergebnis unerwartet deutlich

Der um Sondereinflüsse bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sei von 1,303 Milliarden Euro auf 1,806 Milliarden Euro geklettert, teilte der Konzern am Dienstag in Leverkusen mit. Der Umsatz legte auch dank des Scheringkaufs um 22 Prozent auf 8,217 Milliarden Euro zu. Die befragten Analysten hatten im Schnitt bei einem etwas höheren Umsatz von 8,296 Milliarden Euro ein EBITDA von 1,759 Milliarden Euro erwartet.


EBIT legt um 30 Prozent zu
Der Gewinn vor Zinsen, Steuern (EBIT) und vor Sondereinflüssen legte im Berichtszeitraum um 30 Prozent auf 1,185 Milliarden Euro zu. Nach Sondereinflüssen in Höhe von minus 268 (minus 34) Millionen Euro erzielte Bayer ein EBIT von 917 (877) Millionen Euro. Allein die Schering-Integration schlug mit minus 209 Millionen Euro negativ zu Buche. Unter Berücksichtigung der Veräusserungsgewinne für Wolff Walsrode von 231 Millionen Euro erzielte Bayer einen Überschuss von 660 (Vorjahr: 452) Millionen Euro. Die befragten Experten hatten im Schnitt ein EBIT vor Sondereinflüssen von 1,133 Milliarden und einen Überschuss von 680 Millionen Euro erwartet.


Gesundheitsgeschäft als Wachstumstreiber
«Das 2. Quartal ist für Bayer sehr gut verlaufen», sagte Bayer-Chef Werner Wenning. Er bekräftigte den im Juni angehobenen Ausblick. Demnach soll die um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA-Marge im laufenden Jahr über 20 Prozent liegen. Hauptergebnistreiber war wie bereits im ersten Quartal das durch die Schering-Übernahme im Vorjahr gestärkte Gesundheitsgeschäft. Die Erlöse kletterten um 64,7 Prozent auf 3,717 Milliarden Euro. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte erhöhte sich der Umsatz um 9,3 Prozent. Im Pharma-Geschäft legte der Umsatz um 117,4 Prozent (bereinigt: 9 Prozent) auf 2,583 Milliarden Euro zu. Das bereinigte EBITDA kletterte bei HealthCare um 106 Prozent auf 969 Millionen Euro.


Pflanzenschutzgeschäft wegen Dollarschwäche mit Umsatzminus
Im Pflanzenschutzgeschäft erhöhte sich das EBITDA vor Sondereinflüssen bei rückläufigen Umsätzen um 7,6 Prozent auf 396 Millionen Euro. Grund seien auch die Kostensenkungsprogramme. Der Umsatz verringerte sich auch wegen der Dollar-Schwäche um ein Prozent auf 1,562 Milliarden Euro. Währungs- und portfoliobereinigt ergab sich den Angaben zufolge ein Plus von 1,9 Prozent. Im Kunststoffgeschäft wurden die Absatzmengen weiter gesteigert, so dass sich der Umsatz um drei Prozent auf 2,623 Milliarden Euro erhöhte. Das bereinigte EBITDA habe wie erwartet mit 409 Millionen Euro auf dem Niveau des 1. Quartals gelegen. Die Mengensteigerungen und leicht positiven Preiseffekte glichen den Anstieg der Energie- und Rohstoffkosten von rund 110 Millionen Euro nicht vollständig aus.


Zuversicht für das 2. Halbjahr
Wenning zeigte sich für das zweite Halbjahr weiterhin zuversichtlich. Die um Sondereinflüsse bereinigte Gewinn-Marge (EBITDA) dürfte im laufenden Jahr auf über 20 (Vorjahr: 19,3) Prozent klettern. 2009 werde die bereinigte Marge auf mehr als 22 Prozent zulegen. Für den Umsatz sei 2007 weiter ein Wachstum von mehr als 10 Prozent zu erwarten. Im Zuge der Unternehmenssteuerreform sei im dritten Quartal mit einem einmaligen, nicht-zahlungswirksamen Steuerertrag von rund 0,9 Milliarden Euro zu rechnen. (awp/mc/pg)

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