Bell H1: Umsatz steigt um 1,9% – Gewinnanstieg im 2010 erwartet

Mit den vorgelegten Zahlen hat Bell die Schätzungen der Analysten beim Umsatz nicht ganz getroffen, beim EBITDA genau und beim Reingewinn übertroffen. In der Schweiz wuchs der Bruttoumsatz um 2,1% auf 887 Mio CHF, das Produktionsvolumen stieg um rund 2,5% auf 61’818 Tonnen. Beim Geschäftsbereich Frischfleisch blieb die Fleischgewinnung mit rund 47’887 Tonnen stabil, der Rückgang bei den Schweinen sei mit der Zunahme beim Grossvieh wieder wettgemacht worden.

Rückläufiger Gesamtmarkt Charcuterie
Die Steigerung beim preislich höher eingestuften Rind- und Kalbfleisch sorgte für den insgesamt höheren Umsatz von 398 Mio CHF (+5,0%). Die verstärkten Aktivitäten beim Frischfleisch und Geflügel führten den Angaben zufolge zu einem rückläufigen Gesamtmarkt Charcuterie, was sich auch bei Bell auswirkte. Der Umsatz sank um 3,5% auf 215 Mio CHF.

Geschäftseinheit Convenience steigert Umsatz
Der Absatz des Geschäftsbereichs Geflügel war aufgrund tieferer Importe leicht rückläufig, der Umsatz sank um 0,7% auf 170 Mio CHF. Die Geschäftseinheit Convenience konnte den Umsatz um 6,4% auf 40 Mio CHF steigern. Besonders gut hätten sich die ultrafrischen Sandwiches und die neu eingeführten Wraps verkauft. Bei der Geschäftseinheit Seafood war das Plus der Verkäufe 14,9% auf 52 Mio CHF. Überproportional gewachsen seien die Produktgruppen aus Aquakulturen und aus nachhaltigen Labelprogrammen.

Kühlhausbrand beim Tiefkühlspezialisten Frigo
Der Kühlhausbrand beim Tiefkühlspezialisten Frigo St. Johann in Basel im ersten Halbjahr habe eine besondere Herausforderung dargestellt, heisst es. Der Schaden für Bell sei aber vollumfänglich durch Versicherungsleistungen gedeckt. Die beiden beschädigten Kühlhäuser werden im Herbst 2010 abgerissen.

Bell International mit höherem Nettoerlös
Bei Bell International ist der Nettoerlös aus Lieferungen und Leistungen um 1,8% auf 400 Mio CHF gewachsen. Dieses Wachstum sei u.a. auf das Ende letzten Jahres zugekaufte belgische Handelsunternehmen Marco Polo N.V. zurückzuführen. In Deutschland sei der Lebensmittelhandel aus konjunkturellen Gründen angespannt geblieben. Der daraus resultierende Preis- und Margendruck sei auch im ersten Halbjahr 2010 deutlich spürbar gewesen. Auch in Frankreich lasse die Konjunkturerholung auf sich warten.

Lage in Ost-Europa gefestigt
In Ost-Europa habe sich die Lage etwas gefestigt, der Trend zu tieferpreisigen Produkten sei in allen osteuropäischen Ländern jedoch ungebrochen geblieben. Die letztjährige Akquisition des Produktionsbetriebes in Polen habe die Erwartungen erfüllt und zur Stabilisierung des Ergebnisses beigetragen.

Weiterhin intakte Aussichten
Bezüglich Ausblick zeigt sich Bell zuversichtlich und rechnet dank der Resultate im ersten Halbjahr und den „weiterhin intakten Aussichten“ gegenüber dem Vorjahr mit einem höheren Jahresergebnis. Während in den ersten Monaten des Jahres die Rohmaterialpreise verhältnismässig stabil blieben, werden im Verlauf des Jahres eher festere Preise im Beschaffungsmarkt erwartet. In der Schweiz sei auch für das zweite Halbjahr von einer soliden Entwicklung auszugehen, heisst es. In Europa werde aus konjunktureller Sicht eine „stabile bis leicht positive Lage“ erwartet. (awp/mc/gh/04)

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