BKW-Tochter Juvent plant acht neue Windturbinen auf dem Mont-Crosin

Die Betreiberin des Windparks sei in den fünfzehn Jahren ihres Bestehens zum Schluss gekommen, dass Windturbinenprojekte mehreren Anforderungen genügen müssten, um Erfolg zu haben. Das erklärte der Präsident der Juvent SA, Martin Pfisterer, am Montag vor den Medien in Bern. Diese Anforderungen sind für die Juvent SA, einer Tochtergesellschaft der Bernischen Kraftwerke AG (BKW), primär ein vom Wind her guter Standort. Doch muss er auch das ganze Jahr über erreichbar sein, weil immer wieder technische Probleme zu lösen sind.


Konzentrierte Standorte
Im Interesse des Landschaftsschutzes müssten die Windturbinen konzentriert werden und zwischen den Windturbinen-Gruppen Freiräume offen bleiben, so Pfisterer weiter. Sonst werde die Landschaft zu sehr beeinträchtigt. Die Standorte der Windturbinen müssten auch in Richtplänen vermerkt sein. Wegen des konsequenten Einbezugs von Landeigentümern, Nachbarn und Gemeinden sei es bisher auf dem Mont-Crosin – dem derzeit grössten Windpark in der Schweiz – nie zu Einsprachen gekommen.


Investitionsboom
Die im Juli vom eidgenössischen Parlament beschlossene Vergütung für die Einspeisung von erneuerbarem Strom ins Elektrizitätsnetz hat einen Investitionsboom auch bei Windenergieprojekten ausgelöst. Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) empfiehlt vor diesem Hintergrund, die Erfahrungen der Juvent SA zu nutzen. Auf dem Mont-Crosin zeige sich, dass Landschaftsschutz und der Bau von Windturbinen vereinbar sei, erklärten Vertreter an der Medienkonferenz.


Keine Windräder in Schutzgebieten
Stiftungsratspräsidentin Erika Forster, Ständerätin aus dem Kanton St. Gallen, wiederholte vor den Medien in Bern früher erhobene Forderungen, wonach beim Bau von Windturbinen zu Wäldern, Flüssen, Seen, Vogelzugrouten und bewohnten Gebäuden ein angemessener Abstand einzuhalten sei. Windräder an Kreten, die «Teil eines markanten Gebirgspanoramas oder einer Landschaftssilhouette» sind, soll es keine geben. So will die Stiftung beispielsweise keine Windräder auf der ersten Jurakette. Klar ist für die Stiftung auch, dass in kantonalen oder nationalen Schutzgebieten keine Windräder gebaut werden dürfen.


Teil eines Landschaftsplanungsprozesses
Die acht Windturbinen auf dem Mont-Crosin produzierten letztes Jahr 9,7 Mio Kilowattstunden Strom. Das entspricht ungefähr dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3’200 Haushalten. Die Juvent SA sprach bisher davon, 7 bis 10 neue Windturbinen zu errichten. Sie stützte sich dabei auf eine 2007 herausgekommene Studie. Dessen Autor, Yves Leuzinger aus Les Reussilles BE, sagte an der Medienkonferenz, man könne nicht gleichzeitig eine Landschaft schützen und einen Windpark planen. Deshalb sei es wichtig, geschützte Landschaften als Standorte von vornherein auszuscheiden. Die Errichtung neuer Windturbinen müsse Teil eines Landschaftsplanungsprozesses sein. Man müsse eine neue Landschaft mit Windturbinen schaffen. (awp/mc/ps/32)

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