CH-Eröffnung: Deutlich tiefer – Hoher Ölpreis belastet

Allerdings fanden sich hierzulande auf tieferem Niveau bereits wieder Käufer, so dass die Indices eine halbe Stunde nach Handelsbeginn bereits wieder einiges höher notieren. Die Marktteilnehmer seien weiter sehr nervös, so dass es nach Kursanstiegen schnell wieder zu Gewinnmitnahmen – oder im umgekehrten Fall zu erneuten Käufen – komme, meinte ein Händler. Im Fokus stehen heute u.a. noch die Zinsentscheide in Grossbritannien (13h) und der Europäischen Zentralbank (13.45h), zudem dürften US-Makrodaten (u.a. jobless claims) am Nachmittag mit Argusaugen beobachtet werden.


Das Blue Chips Barometer SMI verliert bis 09.30 Uhr 49,16 Punkte bzw. 0,64% auf den Stand von 7’590,0 Zählern (Tagestief 7’558). Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) büsst derweil 0,73% auf 1’176,21 ein, der breite SPI 0,60% auf 6’369,62 Zähler. Unter den 30 SLI-Titeln gibt es derzeit lediglich 5 Gewinner, 2 Titel sind unverändert, bei 23 gibt es Kurseinbussen. Klar grösster Verlierer sind erneut UBS mit einem Minus von 3,5% auf 33,38 CHF. Die Titel leiden seit Bekanntgabe der Quartalsresultate am vergangenen Dienstag massiv unter Verkäufen. Die Zahlen bzw. vor allem die Entwicklung der verwalteten Vermögen hätten deutlich gezeigt, dass die Reputation gelitten habe und dass es Jahre dauern dürfte, bis diese wieder in vollem Umfang hergestellt sei, heisst es in Handelskreisen.


Ansonsten sind wichtige Unternehmens-News Mangelware. Einzig der Raffineriebetreiber Petroplus hat Quartalszahlen vorgelegt, die auf Gewinnstufe zum Teil deutlich über den Schätzungen lagen. Die Aktie ist denn auch furios gestartet mit einem Plus von fast 6%, hat sich seither aber wieder abgeflacht und notiert derzeit +2,9% höher bei 61,85 CHF. Das Ergebnis wird von Analysten zwar als gut bezeichnet. Gleichzeitig wird aber darauf hingewiesen, dass positive Einmaleffekte in den Quartalausweis hinein gespielt hätten. Swisscom (-1,1% auch 355,50 CHF) leiden weiter unter den schwachen Quartalszahlen, die gestern präsentiert wurden. Diverse Banken (u.a. Citigroup, Lehman) haben im Nachgang dazu ihre Kursziele gesenkt, wobei die Einstufungen weiter neutral bis positiv sind.


ABB (-0,3% auf 32,54 CHF) will weiterhin in erster Linie aus eigenen Kraft wachsen und erst in zweiter Linie über grössere Akquisitionen. «Es gibt noch viele tief hängende Früchte und es kann aus eigener Kraft noch eine Menge erreicht werden, bevor an grosse Akquisitionen gedacht werden müsste», sagte VR-Präsident Hubertus von Grünberg in einem Interview mit der heutigen NZZ. Das Unternehmen hält heute auch noch die Generalversammlung ab. Julius Bär legen aufgrund von Gerüchten 1,8% auf 82,65 CHF zu. Am Markt gebe es Spekulationen, dass die expansionswillige Standard Chartered eine Übernahme von Bär plane, so Händlerkreise. Sogar ein Preis wird genannt, er soll bei 105 CHF pro Aktie liegen.


Abgesehen von den erwähnten Werten sind Actelion (-1,6%), Credit Suisse (-1,6%) und Richemont (-1,5%) die grössten Verlierer sowie Swatch und Nobel Biocare (je +0,3%) die grössten Gewinner. Die SMI Schwergewichte Nestlé (unv.) und Novartis (+0,2%) halten sich gut, während Roche leicht überdurchschnittlich einbüssen (-0,9%). Im breiten Markt hat der Einstieg von Forbo (unv.) bei Rieter (-1,2%) für Erstaunen gesorgt. Forbo habe rund 5% an Rieter erworben, man begrüsse das Engagement «dieses industriellen Investors», teilte Rieter am Morgen mit. Die Beteiligung soll «langfristig» gehalten werden.


BCV verlieren nach der detaillierten Bekanntgabe der (schwachen) Q1-Zahlen 2,4%, bereits vor einigen Wochen war die Bank mit einer Gewinnwarnung an die Öffentlichkeit getreten. Micronas büssen nach den gestrigen Gewinnen von fast 10%, die sich allerdings niemand erklären konnte (Entspannungs-Rally?), wieder etwas an Terrain ein (-1,7%). (awp/mc/ps)

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