CH-Eröffnung: Kaum verändert – Impulse fehlen – UBS schwach

Grundsätzlich fehle es dem Geschehen angesichts der nachrichtenarmen Lage aber an Impulsen. Das Geschäft präsentiere sich entsprechend ruhig und die gehandelten Volumina seien eher gering. Im Fokus stehen mit Abschlägen abermals UBS. Generell würden sich die Anleger derzeit mit ihren Investitionen schwer tun, so ein Händler. Neben den fehlenden Impulsen würden auch Konjunktur- und Rezessionssorgen gegen Engagements sprechen. Diese vorsichtige Haltung dürfte noch durch Aussagen des Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank verstärkt worden sein. Jean-Pierre Roth hatte in einem Interview eingeräumt, dass ihm die Inflation Sorgen bereiten würde.


Bis um 9.40 Uhr gewinnt der SMI 1,92 Punkte oder 0,03% auf 7’419,89 Punkte. Der gekappte, 30 Titel umfassende SLI sinkt 0,10% auf 1’139,10 Punkte und der breitere SPI klettert 0,05% auf 6’249,19 Punkte. Unter den Blue Chips notieren Nestlé (+0,9% auf 508,50 CHF) weit oben an der Tabellenspitze, beflügelt von Spekulationen. Am Vortag haussierte der Titel des US-Schokoladenherstellers Hershey an der Wall Street, nachdem Analysten mutmassten, dass Hershey mit Nestlé oder Cadbury eine Zusammenarbeit eingehen könnte, um sich am Markt gegen Mars/Wrigley zu behaupten.


Mit an der SMI-Spitze finden sich auch Bâloise (+1,0% auf 116,40 CHF) oder Swiss Re (+0,8 auf 78,40 CHF). Unter Druck stehen dagegen ZFS (-0,3% auf 301,50 CHF). Gemäss Händlern geht vom Rückzug von Generali bei Royal Bank of Scotland (RBoS) etwas Druck auf ZFS aus. ZFS wird weiterhin als Favorit unter den Bietern für den Versicherungsteil der RBoS gehandelt; vorläufige Gebote müssen bis Mittwoch eingereicht werden. Grössere Aufschläge gibt es für Clariant (+0,5% auf 11,00 CHF). Der amerikanische Chemiekonzern Dow Chemical wollte sich in einem Interview nicht näher zu Ciba oder Clariant als mögliches Übernahmeziel äussern, sagte aber, dass es in der Chemiebranche kein einziges Unternehmen gäbe, dass nicht analysiert würde. Die im SLI notierten Ciba verlieren 1,4% auf 32,84 CHF.


Roche (+0,3% auf 176,50 CHF) legen überdurchschnittlich zu; im Abstract für den Jahreskongress der American Diabetes Association vom 6.-10. Juni 2008 in San Francisco wurden vielversprechende Daten von Roche/Ipsenn zu R-1583 publiziert. Novartis verbilligen sich dagegen um 0,6% auf 54,00 CHF). Die rote Laterne halten im SMI mit Abstand UBS (-2,5% auf 25,58 CHF), die seit dem Vortag ex-Bezugsrecht gehandelt werden. Der Bezugsrechtehandel werde den Titel noch während der ganzen Dauer unter Druck setzen und vor allem volatil machen, sagten Händler. CS (+0,5% auf 52,55 CHF) und Julius Bär (+0,4% auf 81,95 CHF) gehen dagegen im positiven Terrain um.


SLI-Wert Lonza (-0,3% auf 136,00 CHF) kann kaum von einer Kurszielerhöhung und einem positiven Kommentar durch Vontobel im Anschluss an den am Vortag bekannt gebebenen Kauf der deutschen Zuliefer-Firma amaxa profitieren. Die klare Wachstumsstrategie des Unternehmens, der bessere Leistungsausweis, die begrenzte Zyklizität und die überdurchschnittliche Prognosesicherheit würden alle für eine erstklassige Bewertung des Lonza-Titels sprechen, so die Analysten.


Am breiten Markt profitieren Galenica (+1,2%) von einem Interview ihres VRP und CEO Etienne Jornod. Jornod stellte für das laufende Geschäftsjahr 2008 ein Umsatzwachstum von 20% in Aussicht. Implenia notieren unverändert; der Verwaltungsratspräsident Anton Affentranger hatte in einem Zeitungsinterview erneut den Willen zur Unabhängigkeit des Baukonzerns bekräftigt. Phoenix Mecano wurden bisher noch nicht gehandelt. Der Gehäuse- und Komponentenhersteller übernimmt die deutsche Wiener-Gruppe, ein Kleinunternehmen mit 27 Mitarbeitenden – und streicht auf der anderen Seite 61 Stellen. (awp/mc/ps)

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