CH-Eröffnung: Knappes Plus – Swiss Life unter Druck

Die US-Börse hatten am Vorabend gegen Handelsende jedoch einen Teil der Verluste wieder aufgeholt. Insgesamt sei das Geschehen weiterhin von Zurückhaltung geprägt, hiess es in Marktkreisen, der SMI könne im Tagesverlauf auch gut wieder in den roten Bereich kippen. Klar im Minus stehen derzeit einzig Swiss Life, nachdem sich das Unternehmen noch stärker bei AWD und neu auch beim Finanzdienstleister MLP engagiert.


Das Blue Chips Barometer (SMI) legt bis um 09.25 Uhr 30,68 Punkte oder 0,43% auf 7’224,18 Punkte zu. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewinnt 0,43% auf 1’076,48 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,28% auf 6’033,16 Punkte. Swiss Life (-4,8% auf 259,50 CHF) stehen im frühen Geschäft besonders unter Druck. Am Morgen hatte das Unternehmen angekündigt, den AWD-Anteil von Firmengründer Carsten Maschmeyer sowie eine Beteiligung am deutschen Finanzvertriebsunternehmen MLP zu übernehmen. Maschmeyer beteiligt sich gleichzeitig an Swiss Life und wird deren grösster Privataktionär.


In Marktkreisen stellt man sich die Frage nach dem Sinn der Transaktion. Vor allem die Beteiligung an MLP wird aus strategischer Sicht kritisch kommentiert. Es sehe so aus, als ob Swiss Life eine vollständige Übernahme von MLP anstrebe, wobei hierfür der Preis recht hoch sein könnte. Negativ gewertet wird zudem der Umstand, dass Swiss Life das Aktienrückkaufprogramm reduziert. Nebst Swiss Life stehen noch CS (-1,3% auf 51,20 CHF), nach einer Abstufung durch Merrill Lynch auf «Underperform», und Ciba (-0,8% auf 31,74 CHF) klar im Minus, während Nestlé, Adecco, Swiss Re und OC Oerlikon das Verlierertableau mit minimen Abschlägen abschliessen. Oerlikon hatten am Vortag nach einer Gewinnwarnung 6% eingebüsst.


Die grosse Mehrheit der Schweizer Aktien steht dagegen im Plus, angeführt von Syngenta (+2,6% auf 291,75 CHF) und UBS (+2,0% auf 21,40 CHF). UBS-CEO Rohner will sich gemäss einem Interview in der Tagespresse hinsichtlich eines Verkaufs des Investment-Banking «alle Möglichkeiten offen halten». Nobel Biocare (+2,0% auf 36,20 CHF) folgen auf Platz Drei, nach der Ankündigung der Übernahme der belgischen Medizinaltechnikfirma Medicim. Die Aktie setzt damit nach zwei schwachen Tagen den Aufwärtstrend wieder fort. Deutlicher sind zudem die Avancen von ABB (+1,2% auf 26,22 CHF) und Synthes (+1,3% auf 149,80 CHF).


Roche (+0,9% auf 189,10 CHF) sind im breiten Mittelfeld zu finden. Die Ablehnung des von Roche unabhängigen Genentech-VR des bisherigen Roche-Angebots von 89 USD je Genentech-Aktie (insgesamt 43,7 Mrd USD) wirft keine hohen Wellen. Mit diesem Betrag sei das Unternehmen substanziell unterbewertet, so die Meinung des Genentech-Komitees. Der Preis für die Genentech-Aktien bewegt sich derzeit im Bereich von 98 USD. Allein dass das Gremium aber Gesprächsbereitschaft signalisiere, sei ein positives Zeichen, heisst es dazu bei der Bank Vontobel. Roche werde Genentech wohl eine Weile schwitzen lassen und dann das Angebot nachbessern müssen.


Im breiten Markt brechen Walter Meier nach einer Gewinnwarnung verbunden mit den Halbjahreszahlen um 7,4% ein. Auch Crealogix (-5,0%) ist mit einer Gewinnwarnung an die Öffentlichkeit getreten. Ebenfalls nach Zahlen geben die Aktien der St. Galler KB um 2,6% und Winterthur Technologie um 2,4% nach. (awp/mc/ps/14)

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