CH-Schluss: Erster Handelstag 2008 mit deutlichen Verlusten

Angesichts der Unsicherheiten im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Entwicklung in den USA würden sich die Anleger vorerst bei Engagements zurückhalten, meinte ein Händler. Zudem habe es dem Geschehen an Impulsen gefehlt.


Am Nachmittag vermochte sich der SMI etwas von seinem Tagestiefststand zu lösen. Die freundliche Eröffnung und Performance der Wall Street sowie die positiv aufgenommenen Konjunkturdaten sorgten am hiesigen Markt jedoch nur für einen geringfügigen Abbau der Verluste. In den USA waren die jüngsten Arbeitsmarkt-Daten, die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie die Auftragseingänge aus der Industrie besser als erwartet ausgefallen.

Der SMI ging um 165,64 Punkte oder 1,95% auf 8’318,82 Punkte zurück (Tagestiefstand: 8’273,31). Der 30 Titel umfassende SLI gab um 2,09% auf 1’269,30 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,91% auf 6’793,14 Punkte.

Unter den Blue Chips gingen Julius Bär (-5,7% auf 88,25 CHF) mit den markantesten Abschlägen aus dem Handel. Auch von den übrigen Bankenwerte trennten sich die Anleger. UBS wurden um 2,6% auf 51,05 CHF zurückgenommen und CS um 1,7% auf 66,95 CHF. Unter den Assekuranzwerten wiesen ZFS (-2,3% auf 325,00 CHF) und Swiss Life (-2,2% auf 276,75 CHF) grössere Verluste auf, Baloise (-1,8% auf 109,50 CHF) und Swiss Re (-1,7% auf 79,05 CHF) hielten sich knapp besser als der Gesamtmarkt.

Einen schweren Stand hatten am ersten Handelstag in diesem Jahr die zyklischen und konjunktursensitiven Werte. Im Zusammenhang mit den wieder aufgekommenen Rezessionsängsten standen ABB (-4,5% auf 31,14 CHF) im SMI am stärksten unter Druck, OC Oerlikon (-6,8% auf 441,00 CHF) hielten im SLI die rote Laterne. Auch Swatch (-4,3% auf 326,75 CHF), Richemont (-3,8% auf 74,75 CHF), Adecco (-3,6% auf 59,05 CHF) oder Clariant (-3,3% auf 10,18 CHF) wurden überdurchschnittlich verkauft, ebenso Nobel Biocare (-3,6% auf 292,00 CHF).
Widerstandsfähiger zeigten sich – wie in einem solchen Umfeld oft üblich – die defensiven Werte. So hielten sich Nestlé (-1,2% auf 514,00), Novartis (-1,5% auf 61,20 CHF) und Roche (-1,8% auf 192,00 CHF) über dem Marktdurchschnitt.

Syngenta (+4,8% auf 302,25 CHF) profitierten vom Höhenflug der amerikanischen Branchenkollegin Monsanto und gingen als einziger Blue Chip mit Gewinnen aus dem Handel. Monsanto hat im ersten Quartal einen höher als erwarteten Gewinn je Aktie erwirtschaftet.
Im SLI litten Petroplus unter den hohen Rohölnotierungen sowie unter einer Leitungsexplosion in Ingoldstadt und gaben um 4,1% auf 84,15 CHF nach. Auf der anderen Seite fielen Actelion (-0,1% auf 52,00 CHF) und Lonza (-0,4% auf 136,80 CHF) mit den geringsten Abgaben auf.
Im breiten Markt profitierten Addex Pharmaceuticals (+0,1%) vom Abschluss einer Lizenzvereinbarung mit Merck & Co, musste jedoch einen grossen Teil der morgendlichen Gewinne wider hergeben. Auch Biomarin (+3,3%) waren gesucht. Demgegenüber wurden Newron (-6,8%) und Santhera (-1,1%) zurückgenommen.

Swisslog hat einen Grossauftrag zum Bau eines Kommissionier- und Lagerverwaltungssystems vermeldet, wurden jedoch um 1,3% tiefer umgesetzt. Auch Temenos (-3,9%) verbilligten sich. Die Bankensoftwareherstellerin hat am Vorabend ein neues Aktienrückkaufprogramms im Volumen von bis zu 60 Mio USD aufgelegt. (awp/mc/gh)

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