CH-Schluss: Fester – Novartis rettet den Tag

Gegen Handelsschluss kamen die Titel jedoch wieder etwas vom Tageshoch zurück. Einige Marktteilnehmer dürften hier Gewinne realisiert haben, hiess es in Beobachterkreisen.


Demgegenüber war die Stimmung an den europäischen Aktienmärkten von einer möglichen Rückstufung der Bonität Spaniens durch die Ratingagentur Moody’s getrübt. Etwas Entspannung brachte die Nachricht, wonach das irische Parlament dem EU-Rettungspaket zustimmte. Leicht besser als erwartete US-Daten und ein positiver Börsenstart in Übersee stützten das Sentiment ebenfalls.


Der Swiss Market Index (SMI) schloss mit einem Plus von 0,22% auf 6’560,43 Punkte und der Swiss Performance Index (SPI) plus 0,21% auf 5’873,57 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die Gewichtung von Novartis beschnitten ist, verlor dem gegenüber 0,12% auf 1’034,56 Punkte.


Novartis (+4,9%) konnten im Tagesverlauf deutlich zulegen und realisierten eine für das Papier seltene prozentuale Veränderung. Der Pharmakonzern hat sich mit den Minderheitsaktionären der Tochter Alcon geeinigt und kann den Augenheilkonzern nun zu 100% übernehmen und voll integrieren. Die Einigung wurde in Marktkreisen durchwegs positiv beurteilt. Damit falle die Unsicherheit weg und Novartis könne nun endlich die Integration von Alcon in Angriff nehmen, hiess es etwa.


Dahinter belegten Clariant (+4,4%) und Adecco (+1,2%) die weiteren Podestplätze. Für Adecco hat Morgan Stanley das Kursziel auf 62 von 59 CHF erhöht, gleichzeitig aber das Rating «Underweight» bestätigt.


Bâloise (+0,5%) haben einen Teil des bis zum Mittag gewonnenen Kursplus wieder abgegeben. Der Versicherer hatte am Morgen die bereits angekündigte Umstellung der Berechnungsmethode für die Bewertung des Lebensgeschäfts konkretisiert.


Vor allem Finanztitel litten unter den neuerlichen Ängsten rund um die europäische Schuldenkrise. So gaben die am Vortag sehr starken Julius Bär (-2,5%) am meisten nach und schlossen als Tagesverlierer. Die Grossbankenaktien UBS (-1,7%) und CS (-1,4%) verloren ebenfalls deutlich. Etwas weniger Federn liessen die Versicherer ZFS (-0,6%) und Swiss Re (-0,2%).


Logitech (-1,2%) wurden vom Markt für das enttäuschende Quartalsergebnis und die Gewinnwarnung der US-Unterhaltungselektronikkette Best Buy in Sippenhaft genommen. Als stützend gelten jedoch Aussagen von CEO Jerry Quindlen in Interview mit AWP. Der Logitech-CEO äusserte sich optimistisch zu Google-TV und sieht die Tochter LifeSize bei den Wachstumszielen auf Kurs.


Im Mittelfeld bewegten sich defensive Valoren wie Roche (-0,7%), Nestlé (-0,7%). Die Zykliker ABB (+0,4%) und Geberit (-0,3%) schlossen uneinheitlich. Geberit erhielten dabei von einem Interview von CEO Albert Baehny in der «FuW» kaum Impulse. Baehny bestätigte dabei weitgehend die Aussagen vom November anlässlich der Drittquartalszahlen.


Im breiten Markt haben CKW (-0,4%) gute Jahreszahlen präsentiert, die Aktien konnten jedoch nicht davon profitieren. Markant waren die Gewinne von Precious Woods (+7,9%) und Uster Technologies (+6,2%). Auch Tornos (+4,8%) konnten an Boden gewinnen, gestützt von zuversichtlichen Aussagen des Grossaktionärs Walter Fust in einem Artikel der «Handelszeitung». Weitere Industrie-Aktien wie LEM (+2,3%) oder Infranor (+2,3%) nach den Zahlen vom Vortag klettern ebenfalls überdurchschnittlich nach oben.


Am meisten gaben Micronas (-4,8%) nach, gefolgt von I.P.S. Packaging (-4,5%) und Perfect Holding (-4,4%). (awp/mc/ps/26)

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