CH-Schluss: Knapp behauptet – Verschnaufpause eingelegt

Die Standardwerte waren nach einem positiven Handelsauftakt, der von den Finanzwerten angeführt worden war, am Mittag ins Minus gerutscht. Die Euphorie, die von der Wall Street auf den hiesigen Aktienmarkt herübergeschwappt war, lies deutlich nach und es kam zu Gewinnmitnahmen. Bis zur Schlussglocke lösten sich die Titel jedoch wieder von den Tiefständen.


Der SMI schloss 0,15% respektive 7,41 Stellen tiefer auf 4’923,66 Einheiten. Der 30 Titel umfassende und gekappte SLI verlor 0,69% auf 702,64 Punkte und der breitere SPI 0,21% auf 4’131,84 Stellen.


Mit den Titeln des Lebensversicherers Swiss Life (+1,5% auf 73,35 CHF) legte der letzte Finanzwert im SMI seine Zahlen vor. Die Titel hatten in den ersten Handelsminuten um mehr als 10% zugelegt. Das am Morgen publizierte Jahresergebnis habe nicht überrascht, positiv werde hingegen die Zusammenarbeit mit der deutschen Talanx beurteilt.


Deutlich nach unten ging es mit ZFS (-4,5% auf 182,00 CHF). Neben Gewinnmitnahmen nach einigen sehr starken Handelstagen verwiesen Marktteilnehmer auf einige Sonderfaktoren. Einerseits sei von Marktanteilsgewinnen des angeschlagenen Versicherungskonzerns AIG im US-Markt zu hören, andererseits schürten Kommentare von J.P. Morgan Angst vor hohen Schadenersatzzahlungen an britische Asbestopfer.


Auf der Verliererseite standen CS (-3,7% auf 35,38 CHF). Die CS ist gemäss Geschäftsbericht 2008 «sehr gut» ins laufende Jahr gestartet. Das gegenwärtig unsichere Marktumfeld mache aber Voraussagen für 2009 schwierig, bekräftigte die Grossbank ihre Aussagen von Mitte Februar. Julius Bär gaben um 3,3% auf 29,80 CHF nach. Die Titel der Grossbank UBS gingen unverändert bei 13,15 CHF aus dem Handel.


Schwächer tendierten auch die Titel der Luxusgüterbranche: Richemont sanken 0,6% auf 18,10 CHF und Swatch 2,4% auf 144,70 CHF. Der Branchennachbar Tiffany hatte gestern für das per Ende Januar abgeschlossene Geschäftsquartal einen Umsatzrückgang von mehr als 20% gemeldet.


Defensive Titel erwiesen sich dagegen als Stütze für den Aktienmarkt. Vor allem Nestlé (+1,6% auf 37,50 CHF) verteuerten sich, getragen von positiven Analystenkommentaren. Roche legten 0,3% auf 147,60 CHF zu, während Novartis (-0,1% auf 43,04 CHF) nachgaben. Holcim kletterten um 1,8% auf 40,52 CHF.


Am breiten Markt stand der Industriekonzern Rieter (-1,5%) mit einem Verlust von fast 400 Mio CHF im Fokus. Die Winterthurer waren stark von den Folgen des globalen Wirtschaftsabschwungs betroffen. Die Höhe des Fehlbetrages überrasche aber nicht; er dürfte bereits in den tiefen Kursen eskomptiert sein, hiess es im Handel.


Vetropack haussierten nach Zahlen um 11,2%. Der Glasverpackungskonzern übertraf mit seinen Gewinnzahlen die Erwartungen der Analysten deutlich. Dass das Aktienrückkaufprogramm fortgesetzt werde, sei ein «starkes» Zeichen, hiess es zudem.


Die Titel der Liechtensteinischen Landesbank rückten nach Zahlen um 7,3% vor. Mit weniger nachhaltigem Einfluss blieben die Ergebnispublikationen von Komax (+1,3%) und Newave (+0,8%). (awp/mc/pg/32)

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