CH-Schluss: Nach US-Daten noch deutlich ins Minus gerutscht

Am Freitag fiel der SMI nach einem freundlichen Start im Tagesverlauf vorerst auf den Schlussstand vom Donnerstag zurück, ehe schwache US-Daten zum Arbeitsmarkt und vor allem zum ISM-Einkaufsmanagerindex verbunden mit einer negativen Eröffnung der Wallstreet den Leitindex noch deutlich ins Minus drückten.


Während alle Titel im roten Bereich schlossen, fielen Givaudan nach Halbjahreszahlen sowie verschiedene Finanzwerte mit deutlicheren Abgaben auf. Die Stimmung sei weiterhin von einer gewissen Nervosität im Zusammenhang mit der Kreditmarkt-Krise in den USA und von Zurückhaltung geprägt gewesen, hiess es im Handel.


Der SMI verlor schliesslich 104,25 Punkte oder 1,19% auf 8`671,43 Punkte, im Wochenvergleich ergab sich ein knappes Minus von 0,4%. Der 30 Titel umfassende SLI gab um 1,19% auf 1`333,29 Punkte nach und der breitere SPI um 76,96 Punkte oder 1,07% auf 7`113,28 Zähler.


Givaudan beendeten den Handelstag mit einem Minus von 3,9% auf 1`083 CHF abgeschlagen auf dem letzten Platz. Die Kommentare zu den Halbjahresresultaten reichten von `schlecht` bis `durchzogen`. Die Zahlen seien zudem schwer interpretierbar gewesen, hiess es in Marktkreisen. Givaudan hat mit dem Reingewinn und den operativen Margen die Erwartungen klar verfehlt. Allerdings wurden unerwartet hohe Kosten für die Integration von Quest bereits verbucht, weshalb die Zahlen mit den Analystenschätzungen nur schwer zu vergleichen waren.


Swiss Life (-10 CHF oder -3,4% auf 283,75 CHF) landeten ebenfalls weit hinten. Allerdings sind vom Verlust 7 CHF auf eine Nennwertzurückzahlung zurückzuführen.

Von den übrigen Finanzwerten gaben Julius Bär (-2,3% auf 79,50 CHF), UBS (-1,4% auf 65,65 CHF) und ZFS (-1,3% auf 340,75 CHF) am meisten nach. Credit Suisse (-0,9% auf 79,80 CHF) hielten sich etwas besser und wurden lange von Kurszielerhöhungen und weiteren wohlwollenden Kommentaren zu den starken Zahlen vom Vortag im Plus gehalten.


Deutlicher unter Druck standen noch die zyklischen Adecco (-2,0% auf 82,50 CHF) oder Roche (-1,9% auf 209,10 CHF) nach einer Rückrufaktion der japanischen Tochtergesellschaft Chugai. Für Clariant (-1,4% auf 17,50 CHF) hat die Citigroup im Anschluss an die Semesterzahlen vom Vortag das Kursziel reduziert.


Im schwachen Gesamtmarkt hielten sich SGS (-0,1% auf 1`459 CHF) und die beiden Swatch-Titel (-0,3% bzw. -0,4%) am besten. Klar unter einem Prozent blieben auch die Wertminderungen von Novartis (0,5% auf 64,45 CHF), Synthes (-0,6% auf 142,80 CHF) oder Swisscom (-0,6% auf 412 CHF). Swisscom wird am kommenden Mittwoch die Semesterzahlen vorlegen.


Aus dem SLI fielen Oerlikon mit einem Minus von 6,3% auf 473 CHF auf, bei einem Tagestief von 456 CHF. Die Abgaben kämen über derivative Geschäfte, hiess es in Marktkreisen. Dabei gibt es anhaltende Spekulationen, die österreichischen Grossinvestoren um Victory hätten mit ihrer Derivativstrategie Mühe wegen des Kurszerfalls der Aktie.


Die in jüngster Zeit in Turbulenzen steckenden Aktien der SBP verzeichneten ein Minus von lediglich 86,3%. Nach einem Aktiensplit im Verhältnis 1:10 hätte der Titel eigentlich 90% billiger sein müssen. Die Aktie zog aber nach volatilem Verlauf und mehreren Handelsunterbrüchen vom Eröffnungskurs von 9,50 CHF auf 13 CHF an. (awp/mc/ab)

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