CH-Schluss: Schwächer – Defensive Aktien im Angebot

Entsprechend anfällig sei der Markt derzeit, was Gewinnmitnahmen begünstige.


Die am Nachmittag publizierten US-Daten hätten ein gemischtes Bild gezeigt, hiess es weiter. Der Auftragseingang der US-Industrie stieg über Erwarten, die Zahl der schwebenden Hausverkäufe enttäuschte hingegen. Per saldo wirkte sich dies positiv auf die Wall Street aus. In der Folge konnte sich die hiesige Börse von ihren Tagestiefstwerten lösen. Im Angebot lagen vor allem defensive Titel, die den SMI infolge ihrer starken Gewichtung deutlich belasteten. Demgegenüber waren in der Regel Finanzwerte gesucht.


Der SMI schloss 0,79% tiefer auf 6’579,26 Punkte (Tagestief: 6’547). Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) sank um 0,03% auf 1’019,98 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,52% auf 5’673,58 Punkte.


Im Blick der Anleger standen erneut Nestlé (-2,4%), die zuletzt noch die prozentual grössten Verluste unter den SMI-/SLI-Werten erlitten. Auf die Stimmung gedrückt hätten sowohl Gewinnrealisationen als auch die «Underweight»-Empfehlung von JPMorgan, hiess es im Handel. Dem standen allerdings auch neue Kaufempfehlungen und mehrere Kurszielerhöhungen gegenüber.


Der Nahrungsmittelkonzern will das Tiefkühlpizza-Geschäft von Kraft Foods in den Vereinigten Staaten und Kanada zu einem Preis von 3,7 Mrd USD in bar übernehmen. Ausserdem hat Nestlé am Berichtstag Spekulationen über eine mögliche Teilnahme am Bieterrennen um den britischen Süsswaren-Hersteller Cadbury ein Ende bereitet. Am Vortag hatte Nestlé den Verkauf der restlichen 52%-Beteiligung an Novartis für 28 Mrd USD und ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 10 Mrd CHF bekannt gegeben.


Novartis (-1,7%) wurden weiterhin verkauft und vergrösserten damit die Vortagesverluste (-2,6%) nach der Ankündigung des Kaufs der Alcon-Beteiligung. Vor allem der Verwässerungseffekt, der aus der geplanten Ausgabe neuer Aktien für den Aktientausch mit Alcon resultiert, belastete die Aktie weiter, so Marktbeobachter. Zudem wird trotz der gemäss dem Novartis-Management klaren Rechtslage unter Analysten mit einer Aufbesserung des Angebotes an die Alcon-Minderheitsaktionäre gerechnet. Verkauft wurden im Pharma-Segment aber auch Roche GS (-1,3%) und Actelion (-2,2%).


Mit am Tabellenende notieren weiter Julius Bär (-1,2% auf 36,60 CHF). In diesen Titel belastete gemäss Marktbeobachtern die Aufnahme der Abdeckung durch Barclays Capital. Die Empfehlung lautet auf «Equal Weight», wobei allerdings das Kursziel von 32 CHF Abwärtspotenzial aufzeigt.


Syngenta (-0,8%), ein weiterer, grösserer Verlierer nach Givaudan (-0,9%), konnte nicht vom Abschluss einer Lizenzvereinbarung mit der Dow Chemical-Tochter Dow AgroSciences profitieren. Es wurden im Vorfeld der Publikation von Quartalszahlen der Branchenkollegen Monsanto und Mosaic zu Abgaben getätigt, hiess es im Handel.


In SGS (-0,7%) hatten gemäss Marktbeobachtern Gerüchte über einen bevorstehenden Verkauf der Restbeteiligung belastet, die von der Familie von Finck gehalten wird.


Zu den grössten Kursgewinnern gehörten am Dienstag Petroplus (+4,9%), Bâloise (+3,6%), Adecco (+3,1%), Swiss Life (+2,7%) oder Kühne+Nagel (+2,5%). Auch ZFS (+2,2%) oder Swiss Re (+1,8%) konnten zulegen.


Swiss Re habe dabei von einer gestern bekanntgegebenen langfristigen Kreditfazilität über 1,0 Mrd USD sowie einer heute angekündigten Verbriefung von Erdbebenrisiken in Kalifornien profitiert, so Marktbeobachter. Teils wurden die steigenden Kurse im Handel auch mit Momentum-Käufe aus dem Ausland erklärt.


In der zweiten Reihe knüpften Evolva (+13,9%) – ex Arpida – an die Vortageshausse von 59,6% an. Am Montag wurde bekannt, dass das Unternehmen mit Roche eine Vereinbarung bezüglich einer Forschungszusammenarbeit unterzeichnet hat. Mit Cytos (+13,6%) war ein weiterer Pharma-Hoffnungswert gesucht.


Ypsomed (+9,4%) profitierten von einer Vereinbarung mit der amerikanischen Insulet Corp. für den exklusiven Vertrieb der Insulin-Patch-Pumpe OmniPod. Der exklusive Vertrag werde sich ganz klar positiv auf das Umsatzwachstum und die Profitabilität der Ypsomed auswirken, hiess es dazu.


Grössere Einbussen gab es hingegen für Ci Com (-18,2%) oder Intersport (-10,7%). (awp/mc/pg/32)

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