CH-Schluss: Schwächer – Sorgen um die Finanzmärkte sind zurück

Am Nachmittag sorgte die Rückstufung des Ausblicks für Spanien auf «Negative» von «Stable» durch die Ratingagentur S&P für grössere Verunsicherung und einen deutlicheren Rücksetzer der Aktienmärkte. Angesichts der vorweihnachtlich ausgedünnten Volumen gehen Marktteilnehmer bis zum grossen Verfall in der kommenden Woche von eine eher richtungslosen Entwicklung der Märkte aus.


Der Swiss Market Index (SMI) der Schweizer Blue Chips schloss am Berichtstag um 0,75% tiefer auf 6’351,71 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) sank um 0,83% auf 972,14 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,77% auf 5’462,21 Zähler.


Deutliche Abgaben hatten im Zeichen der Dubai-Sorgen die Bankaktien zu verzeichnen: UBS sanken um 2,3% und Credit Suisse um 1,5%. Um Letztere würden Händlern zufolge schon länger Gerüchte kolportiert, die Grossbank sei mit mindestens 1,7 Mrd USD bei der finanziell angeschlagenen Beteiligungsgesellschaft Dubai World engagiert.


Die Abgaben in der Assekuranz fielen ebenfalls deutlich aus. Marktbeobachter verwiesen auf den gesenkten Ausblick der Ratingagentur Fitch für den Versicherer Fortis. Dieser belastete die Branche, heisst es. Bâloise (-2,6%), ZFS (-2,0%) und Swiss Re (-2,2%) verloren überdurchschnittlich. Der Rückversicherer hielt heute einen Investorenanlass ab.


Novartis (-1,2%) drehten im Tagesverlauf ebenfalls stark nach unten. Der Pharmakonzern will seine Position im weltweiten Onkologiemarkt weiter stärken, wie das Unternehmen im Vorfeld des heutigen Investorentages mitteilte. Berichte über eine Untersuchung der EU-Kommission im Pharmasektor mit Verdacht Kartellrechtsverstösse könnte das Sentiment etwas belastet haben, hiess es. Novartis war laut eigenen Aussagen nicht von den Untersuchungen betroffen.


Roche sanken um lediglich 0,2% und schlugen damit den Gesamtmarkt klar. Das Unternehmen präsentiert in den kommenden Tagen an einem Brustkrebssymposium in San Antonio neue Ergebnisse in der Behandlung von Brustkrebs im Früh- und Spätstadium.


Dem Schweizer Aktienmarkt eine gewissen Stütze waren die gleichfalls schwergewichteten Nestlé (+0,1%). Die Valoren profitierten von einer Kurszielerhöhung durch die UBS. Im Vergleich zum Rest des Sektors sehen die UBS-Analysten die Valoren als tief bewertet.


Im breiten Markt rutschen OC Oerlikon (-12,6%; Vortag -27%) weiter ab. Analysten äussern sich wenig positiv zu den am Vortag publizierten Sanierungsvorschlägen. Zudem wird ein Abschreiber in der Solarsparte als Enttäuschung gewertet. Bricht der Kurs weiter ein, könnte der Grossaktionär Renova die Publikumsaktionäre günstig auskaufen und ein Going-Private anstreben, mutmassen Marktteilnehmer.


Gurit verloren 1,6% nach einem angekündigten Zukauf in China. Emmi (-0,8%) beteiligt sich an zwei Unternehmen in Frankreich und Italien und Bobst (-0,1%) schlossen am heutigen Investorentag ebenfalls schwächer ab.


Panalpina gaben um 3,1% nach. Das Logistikunternehmen hat Vergleichsverhandlungen mit dem US-Justizministerium im Zusammenhang mit angeblichen Verletzungen des Foreign Corrupt Practices Act (FCPA) aufgenommen.


Meyer Burger haussierten um 6,3%. Das in der Solarindustrie tätige Unternehmen will die an der BX Berne Exchange kotierte Branchenkollegin 3S Industries (Aktie +20,5%) übernehmen. New Value rückten um 2,4% vor, die Beteiligungsgesellschaft hält rund 10% der Anteile an 3S Industries. (awp/mc/pg/34)

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