CH-Schluss: Sehr fest – Finanztitel deutlich im Plus

Generell wurde im Handel aber von einem ruhigen Geschäft gesprochen. Hierzulande erhielten die Finanzwerte den grössten Auftrieb, gesucht waren aber auch die meisten Zykliker. Im Fokus der Anleger standen auch Sonova mit einer Akquisition in den USA.


Bei Börsenschluss gewann der SMI 1,45% auf 6’385,14 Punkte, das Tageshoch lag bei 6’391,43 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) stieg um 1,61% auf 976,73 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,41% auf 5’497,21 Punkte.


Am eher nachrichtenarmen Berichtstag interessierten Sonova (+3,1%) nach einer Übernahme. Die Anbieterin von Hörlösungen übernimmt die US-Firma Advanced Bionics Corporation für 510 Mio CHF in bar. Von Analysten-Seite wurde die Transaktion unterschiedlich, aber mit tendenziell freundlichem Unterton bewertet. Im Vorfeld der Publikation der Halbjahreszahlen am morgigen Dienstag erhöhte zudem Merrill Lynch das Kursziel für Sonova auf 120 (110) CHF mit einem unveränderten «Buy»-Rating.


Überproportional gesucht waren auch die meisten Finanztitel. Ein überzeugender Quartalsbericht von Allianz habe das Sektorsentiment gestützt, hiess es dazu im Handel. Zudem hat ING die Kursziele für ZFS (+2,9%) und Swiss Re (+0,5%) erhöht. ZFS liess weiter verlauten, vorerst eine «attraktive» Dividende auszubezahlen, ein Aktienrückkaufprogramm sei vorderhand kein Thema. «Im Vordergrund steht, nächstes Jahr erneut eine attraktive Dividende zu zahlen», sagte CFO Dieter Wemmer in einem Zeitungsinterview.


Mit den grössten Aufschlägen im Finanzsektor schlossen Julius Bär (+3,9%) – im Vorfeld des am morgigen Dienstag statt findenden Interim Management Statements -, CS (+3,8%), UBS (+2,7%) oder GAM (+2,7%).


Givaudan (+3,3%) wurden von einer Kaufempfehlung beflügelt. Nachdem die Papiere im laufenden Jahr deutlich schlechter abgeschnitten hatten als die Vergleichsgruppe, erhöhte Merrill Lynch das Rating auf «Buy» («Neutral»). Givaudan sei derzeit günstig bewertet, schrieb der zuständige Analyst. Zudem dürften Aktienrückkäufe das Anlegerinteresse wieder entfachen.


Auch weitere zyklische Werte wie Holcim (+2,4%), Clariant (+2,1%), Logitech (+2,0%), Syngenta (+1,9%) oder Richemont (+1,4%) wurden kräftig gekauft. Bei Adecco (+1,0%) ging es ebenfalls aufwärts. CEO Patrick De Maeseneire sieht erste «zaghafte» Signale einer Erholung im industriellen Bereich. Die steigende Nachfrage nach Industrie-Arbeitskräften sei jeweils ein Signal, dass es aufwärts gehe, sagte der CEO gegenüber der Presse.


Dagegen waren die defensiven Nestlé (+0,7%) oder Novartis (+0,7%) weniger gefragt. Roche legten um 1,4% zu; die Roche-Tochter Chugai hat in Japan die Zulassung für Avastin für eine neue Zusatzindikation erhalten. Die Analysten der Royal Bank of Scotland haben das Rating für Roche auf «Hold» gesenkt. JPMorgan erhöhte unterdessen das Kursziel auf 237 (195) CHF. Bei Nestlé wurde im Handel auch auf Spekulationen verwiesen, wonach der Nahrungsmittelkonzern in den Übernahmekampf um Cadbury eingreifen könnten.


Swisscom (+0,3%) und Synthes (+0,2%), die beide ebenfalls als defensiv eingestuft werden, erging es kaum besser als den defensiven Schwergewichten.


Am breiten Markt hatte Pelikan (-1,5%) bereits am Freitag nachbörslich erklärt, von der Private-Equity-Gesellschaft Advent International deren 66-prozentigen Anteil am Schreibwarenhersteller Herlitz zu kaufen. Pargesa stiegen nach den am vergangenen Freitagabend präsentierten Neunmonatszahlen um 1,1%.


Die deutlichsten Verluste verbuchten Tec-Sem (-9,5%) oder Norinvest (-7,2%); die grössten Gewinne stellten dagegen Escor (+15,2%), Ci Com (+8,7%) oder Cytos (+7,0%). (awp/mc/ps/30)

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