CH-Strassenverkehr: Strasse verursacht Kosten in Milliardenhöhe

Insgesamt beliefen sich die so genannten externen Kosten des Verkehrs, die nicht von den Verursachern, sondern von der Allgemeinheit getragen werden, 2005 auf 8,5 Mrd CHF. Davon entfielen laut ARE 8,07 Mrd oder rund 95% auf den Strassenverkehr. Für die Bahn betrugen diese Kosten 455 Mio CHF. Der hohe Anteil der Strasse sei einerseits darauf zurückzuführen, dass diese ein viel höheres Verkehrsvolumen aufweise, teilte das ARE mit. 82% der gefahrenen Personenkilometer und 60% der Tonnenkilometer im Güterverkehr entfallen auf die Strasse. Der Strassenverkehr verursache jedoch auch deutlich mehr Schadstoffe, schreibt das ARE weiter. Ausserdem berge er ein deutlich höheres Unfallrisiko. Dies sind denn auch die wichtigsten externen Kosten des Strassenverkehrs.


Kosten des Gesamtverkehrs von 6,9 auf 8,5 Mrd CHF gestiegen
Zwischen 2000 und 2005 sind die externen Kosten des Gesamtverkehrs von 6,9 auf 8,5 Mrd CHF gestiegen. Dies entspricht einer Zunahme von 24,2%. Dabei stiegen die Kosten des Strassenverkehrs mit 25,2% deutlich mehr als jene der Schiene mit 9%. Die Staukosten erhöhten sich von 0,9 Mrd im Jahr 2000 auf 1,2 Mrd CHF im Jahr 2005.


8 Prozent Teuerung
Rund 8 % der gesamten Kostensteigerung in dieser Zeit ist laut ARE auf die Teuerung zurückzuführen. Ausserdem stünden im Vergleich zum Jahr 2000 präzisere Daten zur Verfügung. Daneben hätten aber auch die Verkehrs-Immissionen nicht abgenommen.


Deckung der externen Kosten
Eine Deckung der externen Kosten erwartet das ARE in den nächsten Jahren für den Schwerverkehr. Der Grund dafür sei die Erhöhung der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe. Die übrigen Verkehrsteilnehmenden deckten die externen Kosten jedoch nicht. Bereits Ende April hatte das Bundesamt für Statistik die Infrastrukturkosten des Strassen- und Bahnverkehrs für 2006 publiziert. Der motorisierte Privatverkehr deckte diese zu 115%. Bei der Eisenbahn waren es dagegen 104% unter Einbezug der Subventionen der öffentlichen Hand. Ohne diese Gelder betrug der Deckungsgrad der Infrastrukturkosten der Bahn dagegen nur 43%.


ACS übt Kritik
Der Automobil-Club der Schweiz (ACS) übte in einem Communiqué grundsätzliche Kritik: Die Berechnungen basierten auf sehr theoretischen Überlegungen. Dass der Verkehr auch externe Nutzen generiere, werde dagegen mit keinem Wort erwähnt. Ein Synthesebericht des Bundes sei Ende Oktober 2006 zum Schluss gekommen, dass der Gesamtnutzen des Strassen- und Schienenverkehrs grösser sei als die Kosten, betonten der ACS und strasseschweiz, der Verband des Strassenverkehrs. Laut Bericht habe die Wertschöpfung des Verkehrs 2001 rund 52 Mrd CHF betragen, davon 46 Mrd der Strasse und 6 Mrd der Schiene. Die Berechnung der externen Kosten des Strassen- und Schienenverkehrs ist ein gesetzlicher Auftrag des Bundes. (awp/mc/gh)

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