CH-Verlauf: Fester – Warten auf Bernanke; Made in Switzerland stützt

Ein Händler berichtet trotz der Indexgewinne von einem zurückhaltenden Geschäft. Bevor die US-Notenbank am Mittwoch ihre Entscheidung bekannt gebe, wolle sich niemand aus dem Fenster lehnen. «Es sind derzeit keine grossen Investoren am Markt», sagt der Händler einer Kantonalbank.


Derzeit gehen die meisten Beobachter davon aus, dass die US-Notenbank die Zinsen um 50 Basispunkte senken wird. Am Montag gingen die Meinungen der Anleger noch deutlich auseinander. Auch an den Geldmärkten wird eine Senkung von 50 Basispunkte mit hoher Wahrscheinlichkeit eingepreist. Sollte die Zinssenkung geringer als ein halber Prozentpunkt ausfallen, wird es nach Auffassung eines Marktbeobachters zu Abschlägen am Schweizer Markt kommen.


Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt bis um 11.55 Uhr 104,26 Einheiten oder 1,38% auf 7’685,99 Zähler. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) notiert 1,77% auf 1’172,46 Punkte höher und der breit gefasste Swiss Performance Index (SPI) legt 1,45% auf 6’244,5 Zähler zu.


Mit dem erwarteten Zinsschritt der US-Notenbanker stehen vor allem Bankwerte in der Gunst der Investoren. Julius Bär verteuern sich um 3,3% auf 74,90 CHF, UBS steigen 1,5% auf 46,18 CHF und CS klettern um 1,9% auf 60,50 CHF. Versicherungswerte legen ebenso zu und stellen sich weitgehend besser als der Gesamtmarkt. Swiss Re klettern 1,5% auf 80,60 CHF, ZFS steigen 0,9% auf 303,00 CHF und Swiss Life verteuern sich um 1,4% auf 262,75 CHF.


Die Titel der exportorientierten ABB legen 3,1% auf 27,48 CHF zu. «Made in Switzerland» ist begehrt wie nie zuvor: Die Schweiz hat 2007 mit einem Überschuss von 13,9 Mrd CHF einen neuen Rekord in der Aussenhandelsbilanz hingelegt. Exporte und Importe brillierten mit zweistelligem Wachstum.


Swatch Group verbessern sich um 3,7% auf 293,00 CHF zu und Richemont steigen um 3,2% auf 63,45 CHF. Noch nie hat die Schweizer Uhrenindustrie so viel im Ausland verkauft wie im Jahr 2007. Die Uhrenexporte stiegen um 16,2% auf 15,96 Mrd CHF. Knapp 26 Mio Armbanduhren verliessen die Schweizer Werke.


Weniger als der Gesamtmarkt, aber dennoch im Plus tendieren die Pharmatitel Roche (+0,5% auf 193,10 CHF) – das Unternehmen legt am Mittwoch Zahlen vor – und Novartis (+0,6% auf 54,90 CHF) sowie defensive Titel von Nestle (+1,0% auf 479,00 CHF).


Im SLI tendieren Petroplus mit einem Aufschlag von 4,1% auf 64,00 CHF an der Tabellenspitze. SGS legen 3,4% auf 1’382 CHF zu.


In der zweiten Reihe zeigen sich mehrere Titel nach Veröffentlichung von Umsatzzahlen im Plus. AFG Arbonia Forster (Aktie +3,9%) ist im Geschäftsjahr 2007 erneut gewachsen. Bossard (+3,9%) hat beim Umsatzwachstum, ebenso wie sia Abrasives (+1,6%) die Markterwartungen leicht übertroffen. Mikron (unv.) dagegen lag leicht unter einer Schätzung. (awp/mc/pg)

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