CH-Verlauf: Gewinne ausgebaut – Banken gefragt

Händlern zufolge wirkt sich die Kombination abnehmender Volumen vor den Weihnachtsfeiertagen und positiver Vorgaben aus dem Ausland stützend aus. Unternehmensnews sind dünn gesäht, makroseitig zeichnet sich in der Schweiz gemäss den Uhrenexporten eine Verbesserung der Situation ab. Aus den USA stehen am Nachmittag mit der dritten Veröffentlichung des BIP sowie Daten vom Immobilienmarkt ebenfalls einige Impulsgeber auf der Agenda.


Bis um 12.05 Uhr steigt der SMI um 1,04% auf 6’572,08 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI) rückt um 1,03% auf 1’002,54 Stellen und der breite Swiss Performance Index um 0,96% auf 5’638,17 Zähler vor.


Besonders stark präsentieren sich die Banken. Bei Julius Bär (+4,3%) verweisen Händler auf eine Kaufempfehlung durch Goldman Sachs und die Aufnahme auf die Conviction Buy List. Generell bezeichnen die Analysten die Schweizer Privatbanken als attraktives Segment des europäischen Finanzsektors. Auch GAM (+3,6%), UBS (+1,4%) und CS (+1,1%) können zulegen. Händlern zufolge haben Anleger bei dem einen oder anderen Titel noch Nachholbedarf.


Exportorientierte Werte wie ABB (+2,2%) profitieren einem Marktbeobachter zufolge von der Lage am Devisenmarkt. Richemont (+0,5%) und Swatch (+0,6%) legen dabei etwas zu. Zwar war die Veränderungsrate bei den Uhrenexporten im November gegenüber dem Vorjahr noch immer negativ, gegenüber den Vormonaten stellte sich jedoch eine merkliche Verbesserung ein. Die Titel hätten im Jahresverlauf bereits eine gute Performance gezeigt, erklärt ein Händler die verhaltene Reaktion.


Logitech (+2,8%) verbuchen wie am Vortag grössere Aufschläge, die unter anderem im Zusammenhang mit dem Weihnachtsgeschäft gesehen werden, aber auch als Nasdaq-getrieben. Syngenta rücken um 0,9% vor. Der Agrochemiekonzern hat in Argentinien die Zulassung für neue Maissaatgut-Technologien erhalten.


Unter den defensiven Schwergewichten notieren Roche um 1,0% fester. Die Tochterfirma Genentech hat bei der US-Gesundheitsbehörde FDA eine Zulassungserweiterung für Lucentis zur Therapie von Patienten mit Venenastverschluss eingereicht. Novartis und Nestlé legen um 0,9% bzw. 0,8% zu.


Actelion (-0,6%) stehen erneut im Fokus des Marktes und sind gemeinsam mit Lonza (-0,6%) Schlusslicht im SMI/SLI. Nach Lizenzstreitigkeiten zwischen einer Tochtergesellschaft und der japanischen Asahi Kasei Pharma Corporation muss Actelion rund 91 Mio USD plus Zinsen bezahlen. Dies hatte ein US-Schiedsgericht verfügt. Ein Gerichtsverfahren läuft dem Unternehmen zufolge allerdings weiter. «Überraschend und belastend», lautet eine Einschätzung am Markt.


Am Vortag hatten die Titel 3,9% verloren. Die zum Schlafmittel Almorexant vorgelegten Studienergebnisse waren durchzogen ausgefallen. Als problematisch wurden nicht genau genannte Nebenwirkungen gewertet, Analysten reduzierten die Umsatzerwartungen des Produktes zum Teil deutlich.


Im breiten Markt profitieren BKW (+2,6%) von der unbefristeten Betriebsbewilligung für das Kernkraftwerk Mühleberg. Vontobel avancieren um 1,4%. Goldman Sachs nimmt die Abdeckung mit «Buy» wieder auf.


Ypsomed gewinnen 2,4%, das Unternehmen lanciert über Partner einen Insulin-Pen in Russland und Pen-Nadeln in der Ukraine. Schindler (PS: +0,3%) hat über ein neues Aktienrückkaufprogramm informiert.


Belimo verlieren -0,5%. Die SIX Swiss Exchange hat dem Unternehmen einen Verweis wegen Verletzung der Pflicht zur Offenlegung von Management-Transaktionen erteilt. Laut CEO Jacques Sanche dürfte das zweite Halbjahr nicht schlechter als das erste werden, wie der gegenüber «moneycab» erklärte.

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