CH-Verlauf: Novartis und Roche ziehen Gesamtmarkt ins Plus

Einen konkreten, unmittelbaren Grund für das Anziehen der beiden Pharmatitel gebe es nicht, sagte ein Händler in Zürich. Die Reaktion der Börse, welche Roche und Novartis im Zuge der Bemühungen des US-Präsidenten um eine Vergünstigung des Gesundheitswesens abgestraft hätten, sei übertrieben gewesen. Nun folge eben eine Gegenbewegung.


Bis um 11.55 Uhr steigt der SMI um 26,29 Punkte oder 0,59% auf 4’489,96 Punkte und der Gesamtmarkt SPI um 0,41% auf 3’765,5 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die Gewichtung von Novartis und Roche beschränkt ist, steht dagegen 0,56% tiefer bei 633,24 Punkten.


Roche (+4,2% auf 132,80 CHF) und Novartis (+3,7% auf 41,72 CHF) führen den SMI nach den markanten Verlusten der vergangenen zwölf Börsentage klar an, wobei sich eine Stabilisierung für die beiden Papiere bereits gestern und vorgestern (Roche) abgezeichnet hatte. Die Situation für Roche bleibe aber schwierig, erklärte der Händler. Die ganze Problematik um die angestrebte Übernahme von Genentech laste auf dem Genussschein. Beide Firmen könnten nur gewinnen, falls sie sich auf friedlichem Weg finden. Ein positiver Katalysator seien aber auch die beiden Anleihen, welche Roche am Vortag platziert habe.


ABB als ebenfalls nicht leichtgewichtiger Titel folgen mit einem Plus von 2,4% auf 14,37 CHF. Eine Aufstufung durch Morgan Stanley auf «Equalweight» mit einer Erhöhung des Kursziels auf 15 CHF erweist sich dabei als Stütze. Das wieder etwas verbesserte Sentiment für den Pharmasektor unterstreichen Actelion mit einem Plus von 1,0% auf 50,65 CHF als Teil des Spitzenquartetts.


Nebst den genannten verzeichnen aus dem SMI einzig noch Synthes (+0,2% auf 134,70 CHF) Avancen. Aus dem SLI ragen OC Oerlikon (+6,4% auf 27,42 CHF) heraus, welche noch immer von der gestrigen Ankündigung profitieren, wonach die Bedingungen für einen Bankenkredit erfüllt seien.


Schwächer notieren im SMI demzufolge sämtliche Finanzwerte, von denen CS (-5,5% auf 25,10 CHF) am meisten nachgeben. Julius Bär und Bâloise verlieren je rund 3,5% und ZFS sowie Swiss Re je knapp 3%. UBS (-2,3% auf 10 CHF) halten sich nach der Anhörung im US-Senat vom Vortag nur unwesentlich besser. Gemäss Beobachtern schlug sich der Finanzchef der UBS-Vermögensverwaltung, Mark Branson, gegen den im Verlauf der Befragung immer aggressiver auftretenden Vorsitzenden Carl Levin nicht schlecht.


Holcim (-4,0% auf 36,36,16 CHF) geben nach diversen Kurszielreduktionen einen guten Teil der am Vortag nach den Jahreszahlen erreichten Gewinne wieder Preis.  Die grössten Verluste gehen derzeit auf das Konto von Logitech (-5,5% auf 9,36 CHF) nachdem Goldman Sachs die Verkaufsempfehlung mit einem reduzierten Kursziel von 11 CHF bestätigt hat.


Am breiten Markt geben nach eher unter den Erwartungen liegenden Zahlen sowohl Goldbach Media (-0,7%) als auch Acino (-4,4%) nach. Grössere Verluste erleiden unter anderem Emmi (-8,4%) oder Mikron (-4,1%) im Vorfeld der Jahreszahlen vom kommenden Montag. Überdurchschnittlich gesucht sind andererseits Swissquote (+6,5%) oder Sulzer (+4,8%). Sulzer hatten schon am Vortag klar zugelegt. (awp/mc/ps/21)

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