CH-Verlauf: Sehr fest – Gewinne kontinuierlich ausgebaut

Diese hatte ein milliardenschweres Paket angekündigt, was die zuletzt vermisste Nachfrage aus China wieder ankurbeln dürfte. Das Blue Chips Barometer SMI gewinnt bis 12.00 Uhr 218,62 Punkte bzw. 3,64% auf den Stand von 6’226,78 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) avanciert derweil 3,74% auf 875,93 Punkte, der breite Markt (SPI) um 3,41% auf 5’115,02 Zähler.


Insbesondere Aktien von Industrieunternehmen, welche in China tätig sind und vom Programm profitieren könnten, legen deutlich zu. Grösste Gewinner sind mit Abstand die konjunktursensitiven Titel von ABB (+12,8% auf 15,27 CHF). Ebenso zählen OC Oerlikon (+5,7 auf CHF 117,90 CHF) zu den bisherigen Tagesgewinnern.


Auch Holcim klettern um 7,0% auf 63,10 CHF und stehen weit oben an der Tabelle. Im breiten Markt sind die Titel von Burckhardt Compression (+8,8%), Meyer Burger (+8,2%), Georg Fischer (+4,9%) und Schindler (PS: +5,5%; Namen: +5,5%) stark gefragt.


Als Profiteure sehen Händler nämlich Stahl-, Rohstoff- und baunahe Titel. «Eigentlich profitiert alles, was irgendwie mit Infrastruktur zu tun hat», so ein Kommentar. China wolle mit dem Paket aber auch die Kreditfinanzierung der Landwirtschaft erleichtern. Dies komme dem Agrochemieunternehmen Syngenta zu Gute.


Syngenta (+7,9% auf 222,40 CHF) übernimmt zudem die in der Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Soja-, Mais- und Sonnenblumen-Saatgut tätige SPS Argentina. Die Übernahme passe zu der Strategie des Unternehmens, seine Saatgutsparte durch gezielte Übernahmen auszuweiten, schreibt Vontobel.


Die Titel der Grossbanken UBS (+3,9% auf 17,97 CHF), CS (+3,9% auf 39,48 CHF) und Julius Bär (+3,1% auf 43,72 CHF) steigen weitgehend im Einklang mit dem Markt. Bei der UBS gibt erstmals ein Topmanager einen Teil seiner Millionenlöhne zurück. Der im Sommer 2007 zurückgetretene ehemalige Konzernchef Peter Wuffli verzichtet auf 12 Mio CHF. CS haben unterdessen zu den beiden anderen Banktiteln aufgeholt. Am Morgen litten die Aktien noch unter der Rating-Abstufung durch die UBS auf «Sell» von «Neutral».


Die Versicherungswerte Swiss Life (+4,1% auf 124,20 CHF), Swiss Re (+5,4% auf 50,40 CHF), Bâloise (+5,4% auf 63,85 CHF) und ZFS (+3,3% auf 247,90 CHF) legen kräftig zu. Allianz, der grösste europäische Versicherungskonzern, hat im 3. Quartal einen Verlust verbucht und die Prognose für das laufende und kommende Jahr zurückgezogen. Damit schnitt der Konzern jedoch besser ab als von Analysten erwartet.


Die defensiven Nestlé (+2,5% auf 47,74 CHF), Roche (+3,5% auf 176,30 CHF) und Novartis (+2,8% auf 59,30 CHF) legen an einem Tag an dem konjunktursensitive Werte die Gewinner stellen, im Einklang mit dem Markt oder etwas weniger zu.


Swatch (+1,8% auf 174,10 CHF) stehen nahezu am Tabellenende. Swatch rechne mit einer Abschwächung des Wachstums, es werde aber weiterhin Wachstum geben, sagte CEO Nick Hayek der Wirtschaftszeitung «L’Agefi».


Die beiden Blue-Chips im Minus sind Ciba (-0,5% auf 48,56 CHF) und Actelion (-2,2% auf 60,30 CHF). Actelion haben seit Jahresanfang um rund 18% zugelegt.


Im breiten Markt legen Partners Group 2,5% zu. Das Unternehmen hat am Freitag nachbörslich eine Gewinnwarnung vorgelegt. Die Finanzierungsbedingungen wurden in der 2. Hälfte 2008 schwieriger, schreibt Vontobel. Wie andere Hedge Funds auch, habe die Hedge-Fund-Sparte unter weiteren Rücknahmen gelitten.


Die von Oridion (-0,6%) vorgelegten Zahlen für das dritte Quartal ziehen wenig Interesse auf sich. Die Erwartungen in punkto Umsatz, Bruttogewinn und EBIT wurden erfüllt jedoch lag der Reingewinn aufgrund eines sich abschwächenden Dollars und steigenden Marketingkosten deutlich darunter, heisst es von Analysten. (awp/mc/ps/18)

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