CH-Verlauf: Tiefrot – Sorgen um Schweinegrippe – Roche gesucht

Andererseits dienen die Ängste Händlern zufolge wie bereits in Asien als willkommener Anlass für Gewinnmitnahmen. Vor allem Aktien aus den Branchen Luxusgüter, Luftfahrt und Touristik stehen zum Verkauf.


Bis um 12.05 Uhr büsst der SMI 54,10 Punkte oder 1,06% auf 5’058,95 Zähler ein. Der 30 Titel umfassende, gekappte SLI sinkt um 1,47% auf 755,89 Stellen, der SPI um 0,99% auf 4’316,58 Punkte.


Als grosse Profiteurin der Situation könnte sich indes der Pharmakonzern Roche entpuppen, dessen Genussscheine um 3,9% auf 145 CHF steigen. Roche verkauft den Grippeimpfstoff «Tamiflu», der nach den vorliegenden Informationen auch gegen die Schweinegrippe hilft. Neben der Phantasie aus dem Grippe-Virus gibt es auch sonst noch News. Roche und sein Kooperationspartner Intermune gaben bekannt, dass R7227 (Proteaseeinhibitor) in Verbindung mit der Standardbehandlung Pegasys/Copegus in die Phase IIb fortschreitet.


Ebenfalls gesucht sind Actelion (+0,8% auf 51,70 CHF). Das Medikament Tracleer hat in der EU vom Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) eine positive Beurteilung für den pediatrischen Gebrauch erhalten. Die Zahl der Kinder, die an der Krankheit PAH leiden, ist jedoch nach Ansicht von Analysten eher gering. Vielmehr erhalte der Valor Auftrieb in der Hoffnung auf weitere Studiendaten zum dem Medikament, deren Zwischenergebnisse in den nächsten Wochen erwartet würden.


Von ihrem defensiven Charakter profitieren am Berichtstag auch Syngenta (gehalten bei 240,10 CHF) und Swisscom (-0,5% auf 298,75 CHF), während Givaudan gar um 2,6% auf 693 CHF anziehen. Nach Beendigung des Anrechtehandels im Zusammenhang mit der Aktiendividende sei der Druck vom Titel gewichten, sagten Beobachter.


Synthes sinken am Vortag der Ergebnispublikation um 1,6% auf 126,80 CHF. Abgestossen werden am Montag konjunktursensitive Werte wie ABB (-3,5% auf 16,47 CHF), Adecco (-1,3% auf 45,26 CHF), OC Oerlikon (-1,2% auf 60,95 CHF) oder Logitech (-3,4% auf 13,48 CHF).


Swatch (-5,1% auf 161,20 CHF) hilft eine Aufnahme in die Top-10-Liste der UBS nichts. Hier wirke sich die Schweinegrippe aus, welche die Reiselust zahlungskräftiger Touristen hemmen dürfte. Ähnlich verhält es sich in Richemont (-4,3% auf 20,28 CHF). Die Situation erinnere an das Frühjahr 2003, als sich das Lungenvirus SARS ausbreitete, was in den beiden Aktien zu heftigen Kursrückgängen und bei den Unternehmen zu vorübergehend starken Umsatzrückgängen führte. Die Branche erzielt einen beträchtlichen Umsatzanteil mit Touristen.


Die Bankaktien sehen ein Minus von 2,1% auf 13,70 CHF bei der UBS. Die politischen Bemühungen um die Grossbank gehen weiter. Bundespräsident Hans-Rudolf Merz hat in den USA dafür geworben, Klagen der US-Behörden gegen die UBS zurückzuziehen. Dafür schlage die Schweiz ein neues Steuerabkommen zwischen beiden Ländern vor, sagte ein Regierungsvertreter am Sonntag. Die Grossbank hat zudem am Montag eine neue Führung für ihre Investmentbank ernannt. Jerker Johansson, bisheriger CEO der Investment Bank, ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten; Nachfolger auf der Position werden zwei Manager.


Im breiten Markt fallen die Titel des Flughafenshop-Betreibers Dufry um 5,4% – Stichwort Schweinegrippe. Auch für den Flughafen Zürich (Aktie: -0,9%) und den Reiseveranstalter Kuoni (Aktie: -3,7%) gelte diese Begründung, hiess es. AFG sinken um 5,9% auf 15,90 CHF. Die Luft wird für den Ostschweizern Konzern dünn, schrieb die Sonntagspresse und stellte nach Abschluss der laufenden Kapitalerhöhung harte Einschnitte in Aussicht.


Rieter (+6,6%) steigen nach dem Kurssprung vom Freitag weiter. In der Wochenendpresse wurden Gerüchte kolportiert, wonach der Österreicher Ronny Pecik versuche, dass Stimmengewicht von Peter Spuhler, welcher eine grosse Aktienposition hält, zu erhöhen. Mit Dividendenabgang werden am Berichtstag Swisslog, Winterthur Tech, BCGE, Huber+Suhner, Alpiq, Pax-Anlage sowie Schmolz+Bickenbach gehandelt. (awp/mc/ps/19)

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