CH-Verlauf: Unter Tageshoch leicht fester

Die Investoren seien nach dem G-20-Treffen offenbar der Ansicht, das Schlimmste sei überstanden und die konjunkturelle Abwärtsspirale durchbrochen, sagte ein Händler gegenüber AWP. Auch hätten sich einige Konjunkturindikatoren nicht weiter verschlechtert und teilweise erholt. Folglich würden vor allem in konjunktursensitiven Werten und Finanztiteln zunehmend wieder Positionen aufgebaut, so der Händler weiter. Allerdings stehe die Probe aufs Exempel noch aus.


Bis um 12.00 Uhr steigt der Swiss Market Index um 21,11 Punkte oder 0,42% auf 5’064,10 Stellen (bisheriges Tageshoch: 5’112,35). Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index legt um 0,95% auf 735,88 Zähler zu. Der Gesamtmarkt zieht, gemessen am Swiss Performance Index, um 0,55% auf 4’271,19 Stellen an.


Unter den SMI-/SLI-Werten fallen hauptsächlich Finanz- und konjunktursensitive Titel durch Avancen auf. Abgaben in Novartis sowie unterdurchschnittliche Avancen von Roche und Nestlé begrenzen jedoch die Aufwärtsbewegung.


OC Oerlikon haussieren um 13,1% auf 54,30 CHF. Die Kursbewegung sei in einem grösseren Zusammenhang zu sehen, so ein Händler. Derzeit würden konjunktursensitive Titel generell Auftrieb erhalten. Der Risikoappetit habe bei den Anlegern wieder zugenommen. Ausserdem seien die Titel von OC Oerlikon derzeit sehr tief bewertet, erklärte ein anderer Markteilnehmer. Der heutige Anstieg sei daher als technische Erholung zu werten.


Von der Nachfrage nach Zyklikern profitieren auch Clariant (+7,7% auf 5,19 CHF) und Logitech (+7,3% auf 13,46 CHF) deutlich. Petroplus (+4,9% auf 17,03 CHF) steigen auch im Zusammenhang mit einer Hochstufung auf «neutral» durch ein US-Brokerhaus. Holcim (+3,6% auf 49,92 CHF) ziehen ebenfalls deutlich an.


ABB (+1,8% auf 17,17 CHF) vermelden einen 56-Mio-USD-Auftrag für Schaltanlagen aus Algerien. Im Finanzsektor fallen Swiss Re durch Avancen um 2,8% auf 22,64 CHF auf. ZFS legen um 2,5% auf 202,70 CHF zu. Bâloise (+2,2% auf 83,20 CHF) steigen ebenfalls. Die Luxusgüterhersteller Swatch (+3,0% auf 158,50 CHF) und Richemont (+2,7% auf 20,56 CHF) profitieren auch von der konjunkturellen Aufhellung.


UBS (+0,1% auf 11,91 CHF) wird ein mögliches Interesse an der BHF-Bank, eine Tochter der Privatbank Sal. Oppenheim, nachgesagt. Zudem tritt die Grossbank weiterhin mit Nachdruck auf die Kostenbremse und hat im Weiteren vorderhand das weltweite Marketingprogramm «You&us» gestoppt. Julius Bär (+2,3% auf 33,26 CHF) verbessern sich ebenfalls. CS (-3,5% auf 36,04 CHF) haben ihre Anfangsgewinne wieder mehr als preisgegeben.


In der Pharmabranche rügt Daniel Vasella, CEO und Verwaltungsratspräsident von Novartis (-1,5% auf 42,10 CHF), die Investoren in der Presse als «zu pessimistisch». Im laufenden Jahr würden jedoch Wechselkurseffekte, wie bereits gemeldet, einen negativen Einfluss auf das Ergebnis haben. Die Zielsetzungen 2009 bestätigte Vasella jedoch. Auch wird Novartis ein Interesse an Bayer nachgesagt. Allerdings beurteilen Händler diese Spekulation als unwahrscheinlich, habe doch Novartis noch die 2. Tranche für die Alcon-Übernahme von Nestlé zu stemmen. Roche (+0,6% auf 153,80 CHF) notieren hingegen leicht höher.


Im breiten Markt sorgen Implenia (-5,4%) für Gesprächsstoff sorgen. Der CEO des grössten schweizerischen Baukonzerns, Werner Karlen, verlässt nach nur zwei Monaten im Amt das Unternehmen. Der überraschende Rücktritt des CEO soll allerdings laut den Aussagen eines Sprechers in keinem Zusammenhang mit der Auseinandersetzung um die Beteiligung des Hedge Funds und Aktionärs Laxey stehen.


Grössere Avancen verzeichnen u.a. redIT (+14,3%) und Arpida (+14,1%). Im Angebot liegen Infranor (-16,4%) und Elma (-6,7%). (awp/mc/ps/19)

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