CH-Verlauf: Verluste ausgebaut – wenig Impulse

Nach den Avancen der vergangenen Wochen, seien die Aktien nicht mehr billig zu haben und eine Korrektur durchaus wünschenswert, so ein Händler. Die besseren konjunkturellen Aussichten dürften in den Aktienkursen zumeist schon eingepreist sein und die Unternehmen könnten erst im Rahmen der Q3-Berichterstattung den Beweis antreten, ob die hohen Erwartungen gerechtfertigt sind. In der laufenden Woche konzentriere sich einiges auf die am Mittwoch anstehende Leitzins-Entscheidung der US-Notenbank. Allerdings dürfte die Fed die Zinsen unverändert belassen und sich der Fokus auf den Begleittext konzentrieren.


Das Blue-Chips-Barometer SMI liegt um 12.10 Uhr 0,57% tiefer auf dem Stand von 6’289,01 (Tagestiefst: 6’281,39) Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verliert 0,61% auf 973,43 Zähler, der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,57% auf 5’434,30 Punkte.


Holcim geben um 1,8% nach. Ein Interview mit dem Konzernchef Markus Akermann in der Finanzpresse vom Samstag habe am Markt Angst vor weiteren Grossübernahmen geschürt, hiess es. Händlern zufolge ziehen grössere Firmentransaktionen bei Holcim die Notwendigkeit von Kapitalerhöhungen nach sich.


Aber auch andere konjunktursensitive Aktien wie Swatch (-1,3%), Geberit (-0,9%) oder Givaudan (-0,9%) geben überdurchschnittlich nach. Bei Swatch ist der Handel vor den am morgigen Dienstag anstehenden Schweizer Uhrenexportdaten von Vorsicht geprägt. Die Konkurrenzpapiere von Richemont verlieren derweil «nur» 0,4%.


Die meisten Finanzaktien müssen ebenfalls Gewinne der Vortage teilweise abgeben: So verlieren UBS 2,2% oder Julius Bär, Swiss Life und ZFS um je 1,2%. Druck ausüben dürfte auch die nicht neue Forderung der Finanzmarktaussicht (Finma) auf schärfere Eigenkapitalvorschriften bei Banken. Ausserdem zeigen sich in den USA viele Kunden Schweizer Banken – vor allem der UBS – selber bei der Steuerbehörde an. Die entsprechende Frist soll nun bis am 15. Oktober verlängert werden.


Auf der Gewinnerseite stehen am Montag Novartis (+0,8%) oben. Die Titel dürften zum einen von ihrem defensiven Charakter, und zum andern von einer Tradingempfehlung der ZKB profitieren, sagte ein Händler.


Roche (-0,5%) sind derweil in die Verlustzone abgerutscht. Dies obwohl der Pharmakonzern heute Montag neue «ermutigende» Überlebensdaten zu Avastin, Herceptin und Xeloda präsentieren konnte und CEO Severin Schwan in einem Interview die «starke» Produktpipeline hervorhob.


Im SMI sind am heutigen Montag die Anfang Juli angekündigten Anpassungen umgesetzt worden. Während Lonza (+0,9%) und SGS (+0,5%) im SMI aufgenommen wurden, sind Bâloise (-2,1%) und b(unv.) aus dem Leitindex ausgeschlossen worden. Ausserdem sind Rieter (-5,2%) aus dem SMIM gefallen.


OC Oerlikon wurden per heute aus dem SLI genommen und geben um 4,0% nach. Nach Darstellung eines Händlers wiegen dabei jedoch die jüngsten Aussagen von Verwaltungsratspräsident Vladimir Kuznetsov stärker als der Verlust des Status als Blue Chip. Gemäss Kuznetsov werden für die Sanierung von OC Oerlikon alle Optionen geprüft. Dabei sei auch der Verkauf der Vakuum-Sparte oder des Solarbereichs möglich.


Stark nachgefragt werden dagegen die in der Solarbranche tätigen Meyer Burger (+6,0%) und b(+18,0%). Im Vorfeld der heute beginnenden Photovoltaik-Messe in Hamburg würden vor allem Komax immer stärker als Solartitel wahrgenommen, hiess es. Baumgartner steigen gar um 32,5%.


Auf der Gegenseite büssen die Edipresse Namenaktien 14,5% und jene von Tamedia um 7,3% ein. Am vergangenen Donnerstag hatte die Wettbewerbskommission das Zusammengehen der beiden Verlagshäuser in der Schweiz bewilligt. Am Freitag wurde die Absicht der Zusammenlegung ihrer Pendlerzeitung in der Westschweiz und Online-Rubrikenmärkte bekräftigt. (awp/mc/ps/19)

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