CH-Verlauf: Verluste ausgeweitet – Nervosität vor Citi-Zahlen

Im Fokus der Anleger stehen nun in erster Linie die Quartalszahlen der Citigroup, die am frühen Nachmittag publiziert werden. Diese dürften den Berichtstag entscheiden, hiess es im Handel. Entsprechend nervös sei die Stimmung, hätten doch bereits am letzten Freitag die Zahlen von J.P Morgan für einen herben Rückschlag gesorgt.


Bis um 12 Uhr verliert das Blue Chips Barometer SMI 1,04% auf 6’534,82 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) sinkt um 1,22% auf 1’015,22 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,97% auf 5’652,02 Punkte.


Gesprächsthema Nummer eins am Markt sind die für 14.00 Uhr avisierten Quartalszahlen der Citigroup – bis dahin sei Zurückhaltung angesagt. Denn nach J.P. Morgan am Freitag dürfte der Markt eine zweite Enttäuschung aus dem Bankensektor nur schlecht verkraften, sagten Händler. Die Bankenwerte Credit Suisse (-2,5%), UBS (-2,2%) und Julius Bär (-3,4%) verlieren allesamt mehr als der Gesamtmarkt.


Deutlich hinter dem Gesamtmarkt liegen auch die Versicherer Swiss Re (-2,3%) und ZFS (-1,5%).


Unterdurchschnittlich fallen die Abgaben in den defensiven Aktien aus. So notieren Nestlé lediglich 0,4% tiefer. Das Sentiment für die Branche werde von Ende der monatelangen Übernahmeschlacht zwischen Kraft und Cadbury gestützt, hiess es. Das deutlich aufgebesserte Angebot wirke sich auch auf die Bewertung des Sektors aus.


Knapp gehalten zeigen sich im Pharmasektor Novartis mit -0,3%, während Roche um 0,9% zurückgehen.


Swisscom gewinnen 0,4%. Der Sektor wird getrieben von den nicht abreissenden Gerüchte über eine mögliche Fusion von Telefonica und Telecom Italia. Nun soll in den kommenden drei Monaten diesbezüglich eine Entscheidung fallen, meldete die Zeitung «La Republica» unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen.


ABB büssen nach Quartalszahlen von Alstom 1,9% ein. Der französische Industriekonzern hat im dritten Quartal von seinem Auftragsbestand profitiert und seinen Umsatz leicht gesteigert. Die Erlöse lagen aber dennoch unter den Erwartungen der Analysten. Noch schlechter lief es in den drei Monaten per Ende Dezember bei den Auftragseingängen.


Adecco (-1,7%) werden von einem negativen Kommentar von Standard & Poor’s zurückgebunden. Das Ratinghaus hat das langfristige Kreditrating des Personaldienstleisters auf «BBB-» von «BBB» und begründete den Schritt mit den negativen Auswirkungen der Übernahme der MPS Group.


Auf SGS (-1,1%) lastet eine Verkaufsempfehlung der UBS. Der Warenprüfer habe 2009 auf Umsatzebene enttäuscht, so die zuständigen Analysten. Kurz- bis mittelfristig sei mit einer unterdurchschnittlichen Kursentwicklung zu rechnen, hiess es.


Nach überzeugenden Umsatzzahlen des Luxusgüterkonzerns Richemont reagieren heute die Analysten: Nicht weniger als acht Institute haben bis dato ihr Kursziel für den Titel erhöht. Die Titel (-0,5%) reagieren aber nach dem gestrigen Kursanstieg am Dienstag nicht mehr positiv.


Im breiten Markt haben Schulthess (+0,9%), Goldbach Media (+1,5%) und Komax (+5,6%) mit ihren Umsatzzahlen für das Jahr 2009 die Erwartungen der Analysten zum Teil deutlich übertroffen. Vor allem Komax habe eine starke Wiederbelebung des Geschäfts im zweiten Halbjahr gezeigt, urteilen Experten.


Die Messlatte gerissen hat hingegen Galenica (-2,0%). Allerdings sei der tiefer als erwartete Umsatz vor allem auf das weniger hochmargige Consumer Healthcare-Geschäft zurückzuführen, geben Analysten zumindest teilweise Entwarnung.


Den tiefer als erwartet ausgefallenen Umsatz von Lindt&Sprüngli (-0,2%) schreiben Analysten dem deutlich negativen Währungseffekt zu. (awp/mc/pg/20)

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