CH-Verlauf: Weiter fest – Novartis und Richemont an der Spitze

Die Grundstimmung an den Aktienmärkten sei weiterhin positiv, hiess es in Händlerkreisen. Die Konjunkturdaten aus den USA von vergangener Woche seien zwar gemischt ausgefallen, würden aber das Szenario einer beschleunigten Erholung nicht in Frage stellen. Und nach den jüngsten Daten zur Teuerung in den USA und Aussagen von EZB-Chef Trichet sei mit Zinserhöhungen sowohl der EZB als auch der amerikanischen Notenbank erst gegen Ende des Jahres zu rechnen, was dem Sentiment ebenfalls helfe.


Bis zum Mittag gewinnt das Blue Chips Barometer SMI 0,47% auf 6’607,17 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) steigt um 0,27% auf 1’027,92 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,44% auf 5’708,2 Punkte.


Keine Impulse sind heute aus den USA zu erwarten, wo die Börsen wegen des «Martin Luther King-Day» geschlossen bleiben.


Novartis (+1,9%) führen für einmal die Liste der Bluechips an. Beflügelt wird die ansonsten meist schwerfällige Aktie von einer Aufstufung durch Merrill Lynch auf «Buy» von zuvor «Neutral». Das Kursziel für Novartis hat Merrill Lynch von 55 CHF, wo das Papier derzeit in etwa steht, auf 65 CHF angehoben.


Ebenfalls erhöht hat Merrill Lynch das Kursziel von Roche (-0,2%) und zwar auf 215 CHF von 190 CHF und mit dem Rating «Buy» versehen. Roche fallen dennoch leicht zurück, weil die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA die Prüfung des Zulassungsantrags für das Krebsmedikament Tarceva bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) verlängert hat.


Im Fokus stehen am Montag aber weiterhin Richemont (+1,9%), welche sich weiterhin in der Spitzengruppe halten. Die am frühen Morgen vorgelegten Umsatzzahlen von Richemont für das dritte Quartal haben restlos überzeugt, bzw. die Erwartungen klar übertroffen. Analysten zufolge ist die besser als erwartete Umsatzentwicklung vor allem auf das Kerngeschäft Uhren und Schmuck zurückzuführen. Geografisch betrachtet seien die Umsätze vor allem in den USA und in Asien ex Japan über den Konsensschätzungen ausgefallen.


Klar gesucht sind zudem Sonova (+1,7%), Nobel Biocare (+1,1%) oder SGS (+1,2%). SGS erhalten von einer Kurszielerhöhung durch die Deutsche Bank auf 1’500 von 1’400 CHF mit der Einstufung «Buy» etwas Rückenwind. Die Kursziel erhöht haben für den Titel auch Vontobel und Kepler, allerdings sieht Vontobel SGS lediglich als «Hold» und Kepler rät gar zum reduzieren.


Swatch (-0,1%) fallen dagegen nach freundlichem Start in den roten Bereich zurück und vermögen mit der Entwicklung von Richemont nicht Schritt zu halten.


Eher unauffällig verläuft die Entwicklung bei Finanzwerten wie UBS (+0,3%), CS (+0,2%) oder ZFS (+0,4%), während Swiss Re (-0,6%) zu den schwächsten Titeln gehören. Der Versicherer hat am Morgen den Abschluss einer US-Einzelleben-Retrozessionstransaktion mit dem Investoren Berkshire Hathaway bekanntgegeben. Swiss Re transferiert so Risiken aus dem US-Einzelleben-Rückversicherungs-Geschäft an Berkshire Hathaway und erhält eine Rückversicherungsprovision von rund 1,3 Mrd CHF. Ausserdem werde durch die Transaktion gleichzeitig Kapital in der Höhe von 0,3 Mrd CHF freigesetzt.


Am meisten unter Druck stehen aktuell Actelion (-1,7%), Syngenta (-1,4%) und Lonza (-0,8%).


Im breiten Markt profitieren Sulzer (+2,0%) und noch ausgeprägter Panalpina (+4,3%) von Aufstufungen durch die UBS bzw. durch HSBC.


Meyer Burger (+3,2%) werden heute zum ersten Mal unter Einrechnung der Übernahme von 3S gehandelt, mit dem gleichen Kürzel wie bisher aber unter einer neuen ISIN-Nummer. Kaba (+1,6%) werden von einem Interview des CEO in der Wochenendpresse etwas gestützt. (awp/mc/ps/17)

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