CH-Zivilluftfahrt erzielt Wertschöpfung von 24,2 Mrd CHF

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des Zürcher Forschungs- und Beratungsbüros Infras. Die am Dienstag in Flims präsentierte und im Auftrag des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL) sowie der Aerosuisse erarbeitete Studie erfasst erstmals den volkswirtschaftlichen Nutzen der Schweizer Zivilluftfahrt. Alle Flugplätze wurden einbezogen, von den grossen in Zürich, Genf und Basel bis zu den Gebirgslandeplätzen.

Umsatz abzüglich Vorleistungen
Die Wertschöpfung wird berechnet aus dem Umsatz abzüglich Vorleistungen. Die Luftfahrt alleine kommt dabei auf einen Wert von 5 Mrd CHF und 31’400 Vollzeitstellen. Gut 24,2 Mrd CHF Wertschöpfung und 163’000 Arbeitsplätze ermittelte die Studie unter Berücksichtigung der indirekten Effekte. Dazu gehören etwa die Flugzeugindustrie, die Ausgaben der Luftfahrt-Angestellten und der Produktionsgewinn von Unternehmen dank guter Flugverbindungen. Ausserdem zählen die Ausgaben ausländischer Passagiere in der Schweiz dazu.


5,4 Prozent des BIP hängen mit Zivilluftfahrt zusammen 
Markus Maibach vom Infras-Forschungsbüro sagte vor den Medien, 5,4% des Bruttoinlandproduktes (BIP) würden im weiteren Sinne mit der Zivilluftfahrt zusammenhängen. Das ist jeder 20. CHF, der in der Schweiz ausgegeben wird.  Zahlen wurden auch zum Swissair-Grounding für fünf Jahren präsentiert. Infras hat errechnet, dass 25% an Wertschöpfung oder 1,9 Mrd CHF verloren gingen. Betroffen waren Unternehmen auf den Flughäfen und Zulieferer.


Zivilluftfahrt ist ein Wirtschaftsmotor
Laut BAZL belegt die 125-Seiten umfassende Studie, dass die Zivilluftfahrt ein Wirtschaftsmotor ist und ein wichtiges Element der Standortattraktivität. In seinem Luftfahrtpolitischen Bericht habe der Bundesrat 2004 eine optimale Anbindung der Schweiz auf europäischer wie internationaler Ebene als oberstes Ziel der Luftfahrtpolitik bezeichnet, sagte BAZL-Direktor Raymond Cron.  Um dieses Ziel zu erreichen, müsse die Zivilluftfahrt wettbewerbsfähig sein und sich an den Grundsätzen der Nachhaltigkeit orientieren. Gleichzeitig sei ein im europäischen Vergleich hoher Sicherheitsstandard zu gewährleisten.  Die Luftfahrt schafft nicht nur Arbeitsplätze in ihrem eigenen Sektor, sondern auch in anderen Wirtschaftszweigen. Weil die Studie die gesamte Flug-Infrastruktur berücksichtigt, wird gemäss BAZL deutlich, dass vom Flugverkehr zwar vor allem die Zentren profitieren. Zu den Nutzniessern gehörten aber auch abgelegene Regionen, wie die Kantone Wallis und Tessin.


„Herausragende volkswirtschaftliche Bedeutung“
Gemäss dem Dachverband der Schweizer Zivilluftfahrt, der Aerosuisse, beweist die Untersuchung die „herausragende volkswirtschaftliche Bedeutung“ der Luftfahrt. Die Fluggesellschaft Swiss und der Flughafen Zürich seien zwar zentral. Der „Luftstandort Schweiz“ umfasse jedoch viel mehr und bilde ein ganzheitliches System mit zahlreichen Bereichen. (awp/mc/gh)

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