Commerzbank mit Gewinnsprung im 2. Quartal – Zuversichtlicher für Gesamtjahr

Dies teilte das zweitgrösste deutsche Geldhaus am Donnerstag in Frankfurt mit. Unter dem Strich stand zwischen April und Juni ein Gewinn von 768 Millionen Euro nach von Restrukturierungskosten belasteten 285 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Von dpa-AFX befragte Analysten hatten mit 743 Millionen Euro gerechnet. Vor Steuern stieg der Gewinn von 486 Millionen auf 1,075 Milliarden Euro. Hier hatten die Experten mit 1,010 Milliarden Euro gerechnet.


Für anhaltende Störungen des Marktes adäquat gerüstet
Die Turbulenzen infolge der Krise am US-Hypothekenmarkt sieht die Commerzbank gelassen: «Wir verfolgen sie zeitnah und sehen uns für anhaltende Störungen des Marktes adäquat gerüstet», hiess es.


Überraschend niedrige Risikovorsorge
Die Entwicklung im zweiten Quartal wurde vor allem von einem stärker als erwartetem Handelsergebnis, einer überraschend niedrigen Risikovorsorge sowie Beteiligungsverkäufen getrieben. Der Provisionsüberschuss lag mit einem Plus auf 758 (VJ: 677) etwas unter den Schätzungen von 785 Millionen Euro. Der Zinsüberschuss ging auf 1,003 (1,060) Milliarden Euro zurück – hier hatten die Experten mit einem Anstieg auf 1,076 Milliarden Euro gerechnet. Das Handelsergebnis kletterte auf 381 (337) Millionen Euro, die Analysten waren von einem Rückgang auf 305 Millionen Euro ausgegangen. Für faule Kredite legte die Commerzbank überraschend wenig zurück: Die Risikovorsorge sank auf 151 (225) Millionen Euro. Die Schätzungen lagen hier bei 160 Millionen.


Verwaltungsaufwendungen leicht unter den Erwartungen
Bei den Kosten liegt die Commerzbank nach eigenen Angaben im Plan. Die Verwaltungsaufwendungen lagen im zweiten Quartal mit 1,324 (1,327) Milliarden Euro auf Vorjahresniveau und leicht unter den Erwartungen. Die Eigenkapitalrendite nach Steuern erreichte im ersten Halbjahr, das die Bank als bestes Halbjahresergebnis ihrer Geschichte ausweist, bei 22,1 (18,2) Prozent. Für den Verkauf der britischen Vermögensverwaltungstochter Jupiter verbuchte die Commerzbank im zweiten Quartal 327 Millionen Euro.


Mit der Entwicklung zufrieden
Vorstandschef Klaus-Peter Müller zeigte sich mit der Entwicklung zufrieden. Fast alle Segmente hätten zu dem Ergebnissprung beigetragen. «Damit zeigen wir, dass wir nicht nur die Kosten im Griff haben, sondern auch organisch wachsen», sagte er. Seit dem Start des Wachstumsprogramms im Oktober 2006 sei die Zahl der Privatkunden um netto 250.000 erhöht worden. Die Markt- und Kundenanteile auf dem Inlandsmarkt sollten vergrössert werden, begleitet von der Nutzung der Chancen in ausgewählten Wachstumsmärkten. Dazu zähle weiter in erster Linie Mittel- und Osteuropa. (awp/mc/gh)

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