Dätwyler: Ertragskraft markant gesteigert

Insgesamt stieg der Gruppen-Umsatz im ersten Semester 2010 um 19,5% auf 677,0 Mio CHF. Reichelt Elektronik trug dabei 74,8 Mio CHF oder 13,2% zum Plus bei. Organisch – also zusätzlich bereinigt um negative Währungseffekte – betrug das Wachstum 8,3%. Der EBIT verbesserte sich auf 70,7 (VJ 33,1) Mio CHF, die entsprechende Marge betrug 10,4% nach 5,8% im Vorjahr. Unter dem Strich resultierte ein Konzerngewinn von 51,0 (26,3) Mio CHF, wie die Gruppe am Freitag mitteilte. Durch die bessere Kapazitätsauslastung und die tieferen Kostenstrukturen sei die Ertragskraft früherer Jahre nahezu wieder erreicht worden. Die konsequente Fokussierung auf attraktive Marktnischen habe sich dabei im ersten Semester in allen vier Konzernbereichen ausbezahlt. Die ausgewiesenen Zahlen liegen denn auch deutlich über den durchschnittlichen Analysten-Erwartungen.


Weiter mit anhaltend hoher Auslastung gerechnet
Im umsatzstärksten Konzernbereich Technische Komponenten konnten die Verkäufe dank der erstmaligen Konsolidierung von Reichelt um 30% auf 328,7 Mio CHF gesteigert werden. Der EBIT verbesserte sich auf 33,1 (3,1) Mio CHF, die entsprechende Marge betrug 10,1% nach 1,2% im Vorjahr. Die Verbesserung begründet Dätwyler mit der Wirkung der durchgeführten Restrukturierungsmassnahmen sowie mit dem Beitrag der margen-stärkeren Reichelt. Für den weiteren Geschäftsverlauf zeigt sich die Gruppe für Technische Komponenten vorsichtig optimistisch. Eine kräftige Erholung verzeichnete in der Berichtsperiode der Konzernbereich Gummi. Der Nettoumsatz legte um 25% auf 77,1 Mio CHF zu, der EBIT stieg auf 9,2 Mio von 2,4 Mio CHF im Vorjahr, was einer EBIT-Marge von 11,9% entspricht. Die verbesserte Performance wird auf die stark erhöhte Kapazitätsauslastung bei gleichzeitig optimierter Kostenbasis zurückgeführt. Im zweiten Semester wird weiter mit einer anhaltend hohen Auslastung gerechnet. Allerdings werde die Ergebnisentwicklung zunehmend durch die volatilen Devisenmärkte sowie die steigenden Rohstoffpreise beeinflusst.


Franken und Kupferpreisanstieg setzen Bruttomargen unter Druck
Gut lief es weiterhin im Bereich Pharmazeutische Verpackungen. Der Umsatz stieg hier um 4,8% auf 153,9 Mio CHF, der EBIT verbesserte sich um 7,7% auf 22,3 Mio CHF, was eine Marge von 14,5% ergibt. Bezüglich Ertragskraft hinter den übrigen Bereichen zurück blieb das Kabel-Geschäft. Wohl konnte der Umsatz um 10,8% auf 119,0 Mio CHF gesteigert werden, die Bruttomargen seien als Folge des starken Schweizer Frankens sowie des Kupferpreisanstiegs indes stark unter Druck gestanden. Die Folge davon war ein EBIT-Rückgang um 11,6% auf 6,1 Mio CHF, was noch einer Marge von 5,1% entspricht. Für das zweite Halbjahr rechnet Dätwyler im Konzernbereich mit einem leichten Marktwachstum, welches aber weiterhin durch Währungseffekte und volatile Kupferpreise beeinträchtigt werden dürfte, so die Einschätzung.


Messlatte gegenüber Frühjahr höher gelegt
Auf Gruppenebene bleibt Dätwyler für 2010 optimistisch und rechnet mit einer weiterhin stabilen Entwicklung der Nachfrage. Inklusive der erstmaligen Konsolidierung von Reichelt Elektronik erwartet das Management trotz einem traditionell schwächeren zweiten Halbjahr einen Jahresumsatz von mindestens 1’300 Mio CHF. Tendenziell steigende Rohstoffpreise und ein anhaltend schwacher Euro würden sich im zweiten Halbjahr negativ auf die Bruttomarge auswirken. Dank der starken Marktpositionen erwartet die Gruppe die EBIT-Marge im Gesamtjahr im früher definierten Zielband von 8% bis 12%. Damit wird die Messlatte gegenüber dem Frühjahr etwas höher gelegt. Ende März prognostizierte Dätwyler die EBIT-Marge noch am unteren Rand des langfristigen Zielbereichs von 8% bis 12%. (awp/mc/ss/08)

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