Detailhandelsumsatz 2008 trotz weniger Läden um 4,4% gestiegen

Dies erklärte Thomas Hochreutener vom Marktforschungsinstitut GfK an der Detailhandelstagung in Horgen.


Einfluss von Migros und Coop deutlich gestiegen
Deutlich gestiegen sei der Einfluss der beiden Grossverteiler Migros und Coop. Mittlerweile gehören ihnen 30% der Verkaufsstellen. Im Jahr 2000 war es erst knapp 25%. Die Übernahme von Denner durch Migros und jener von Carrefour durch Coop hat zudem die Rangliste der grössten Detailhändler der Schweiz durcheinandergewirbelt.


Manor die neue Nr. 3
Migros und Coop sind mit 19,6 respektive 16,4 Mrd CHF Detailhandelsumsatz weiterhin die beiden grössten Spieler auf dem Markt. Drittgrösster Schweizer Detaillist ist nach der Integration von Denner in die Migros nun Manor. Mit 2,9 Mrd CHF Jahresumsatz ist Manor aber deutlich kleiner als die beiden Grossverteiler.


Aldi rückt auf Platz 9 vor
Unter die zehn grössten Detaillisten geschafft hat es auch Aldi. Mit einem von GfK geschätzten Umsatz von 900 Mio CHF ist der deutsche Discounter mittlerweile die Nummer 9 der Schweiz. Einen Umsatzsprung von 12,3% verzeichnete 2008 auch IKEA, die zur sechstgrössten Detailhändlerin des Landes aufgestiegen ist.


Nur Media Markt mit Einbussen
Der einzige grosse Anbieter, welcher 2008 Umsatzeinbussen hinnehmen musste, war Media Markt. In seinen 18 Schweizer Filialen erzielte der Verkäufer von Unterhaltungs- und Haushaltselektronik noch 921 Mio CHF Umsatz, 5,6% weniger als im Vorjahr.


Stagnation im laufenden Jahr erwartet
Fürs laufende Jahr rechnet Detailhandelsexperte Hochreutener mit einer Stagnation des Schweizer Detailhandelmarkts. Von Januar bis Mai sei der Gesamtumsatz um 0,1% gesunken, wobei das Lebensmittelgeschäft leicht zulegte und die Non-Food-Sparte um 2,7% schrumpfte.


Von Absatzkrise keine Spur
Von einer Absatzkrise könne keine Rede sein, meinte Hochreutener zu den Umsatzzahlen der ersten fünf Monate. Diese erschienen zwar im Vergleich zu den extrem hoch ausgefallenen Vorjahreszahlen tief, der Umsatzrückgang müsse aber angesichts der gegenwärtigen Wirtschaftslage relativiert werden. (awp/mc/pg/20)

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