Deutsche Bank warnt vor überzogenen Erwartungen

Der Wert des Jahresbeginns dürfe nicht einfach mal vier genommen werden. Der rege Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen hatte den deutschen Branchenprimus von Januar bis März sein umstrittenes Renditeziel von 25 Prozent erreichen lassen. «Den Anleihe-Boom gibt’s weiter», sagte Fitschen, der bei der Deutschen Bank das Inlandsgeschäft verantwortet. Unternehmen bräuchten Geld, begründete er die Entwicklung. Eine Fokussierung auf das reine Investmentbanking hält er aber für den falschen Weg: «Das alte Geschäftsmodell der reinen Investmentbanken … werden wir in absehbarer Zeit nicht wiedersehen.» Universalbanken wie die Deutsche Bank hätten sich in der Krise als stabiler erwiesen. 


Robuste Geschäftsverlauf im April/Mai 
Die Deutsche Bank AG hat einen robusten Geschäftsverlauf in den Monaten April und Mai bestätigt. Ob sie im zweiten Quartal an die starke Entwicklung des ersten Jahresviertels anknüpfen kann, sagte Vorstandsmitglied Jürgen Fitschen bei einer Konferenz in Frankfurt allerdings nicht. Bereits bei der Hauptversammlung hatte Vorstandsvorsitzender Josef Ackermann von einem guten Start in das zweite Quartal gesprochen. Im ersten Quartal hatte die Bank von einem starken Anleihengeschäft profitiert. Insgesamt sieht Fitschen noch eine hohe Nachfrage nach Anleihen. «Den Anleihenboom gibt es weiter», sagte er. Das sei keine Eintagsfliege.


Engere Margen im Retailbanking
Eine Verengung der Margen sieht Fitschen indes im Retailbanking. Hier würden einige Banken «ihre Überraschung erleben», prognostizierte er. Um die Risiken im Zaum zu halten sei daher eine breite Aufstellung wichtig. Fitschen sieht die Deutsche Bank gerade wegen ihrer diversifizierten Aufstellung in ihrem Geschäftsmodell bestätigt. «Das Geschäftsmodell ist intakt», sagte er.


Stagnation nicht erfolgreich zu managen
Sich nur auf den deutschen Markt zu konzentrieren sei angesichts des begrenzten Wachstums nicht ratsam. «Ich weiss nicht, wie man Stagnation erfolgreich managen kann», sagte er. Da in Deutschland kein grosses Wachstum zu erwarten sei, müsse sich jeder fragen, auf welches Pferd er setzen wolle. Die Fokussierung auf den deutschen Markt könnte laut Fitschen gerade für Landesbanken und Sparkassen schwierig werden. (awp/mc/ps/19)

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