Deutsche Post übertrifft im 2. Quartal Erwartungen und bekräftigt Prognose

Im zweiten Quartal erhöhte sich der Überschuss auf vergleichbarer Basis von 275 auf 484 Millionen Euro. Analysten hatten mit 435 Millionen Euro gerechnet. Für das Gesamtjahr stellt die Post weiterhin einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von mindestens 3,6 Milliarden Euro in Aussicht.


Knapp hinter der Analystenschätzung
Beim Umsatz legte die Post im zweiten Quartal auf vergleichbarer Basis um 4,4 Prozent auf 10,958 Milliarden Euro zu und blieb knapp hinter der Analystenschätzung von 11,06 Milliarden Euro zurück. Vor Zinsen und Steuern steigerte die Post den Gewinn von 647 auf 781 Millionen Euro, verglichen mit der Expertenschätzung von 823 Millionen Euro. Dank der niedrigeren Steuerlast übertrafen die Bonner die Erwartungen beim Gewinn je Aktie (EPS). Nach 25 Cent vor einem Jahr verbuchte die Post ein EPS von 43 Cent (Prognose 40 Cent). Im Gesamtjahr wird die niedrigere Steuerlast der Post zufolge beim Gewinn mit gut 500 Millionen Euro zu Buche schlagen. Daher soll die Dividende für 2005 mindestens um ein Drittel höher liegen als für das vergangene Jahr.


Gesunkene Steuerlast
Auch im ersten Halbjahr verdankte die Post den Gewinnanstieg zu einem erheblichen Teil der gesunkenen Steuerlast. Operativ blieb der Logistikkonzern unter den Erwartungen. In den ersten sechs Monaten des Jahres erhöhte sich der operative Gewinn von 1,49 auf 1,65 Milliarden Euro (Prognose 1,7 Mrd Euro). Den Umsatz steigerte die Post geringfügig von 21,066 auf 21,484 Milliarden Euro (Prognose 21,65 Mrd Euro).


939 Millionen Euro unterm Strich
Unterm Strich verdiente die Post im ersten Halbjahr 939 Millionen Euro nach 721 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Analysten hatten lediglich 890 Millionen Euro Überschuss erwartet. Ein Teil des Gewinnanstiegs geht auf Abschreibungen zurück, die im Vergleichszeitraum vor einem Jahr vorgenommen wurden. Außerdem trug das Wertsteigerungsprogramm STAR 261 Millionen Euro zum Gewinn bei. Seit dem Start im November 2002 erbrachte das Programm 1,123 Milliarden Euro. Bis Jahresende will die Post mit STAR weitere 277 Millionen Euro einsparen.


Zuwachs im ausländischen Briefgeschäft
Im Briefgeschäft glichen Zuwächse im Ausland den erwarteten Gewinnrückgang im deutschen Heimatmarkt aus. Der Umsatz stagnierte mit 6,4 Milliarden Euro. Dennoch sank das operative Ergebnis im Hauptgeschäft der Post um 5,2 Prozent auf 1,1 Milliarde Euro. 2005 soll das Briefgeschäft wieder rund zwei Milliarden Euro operativen Gewinn einspielen.


Amerikanisches Expressgeschäft bleibt Sorgenkind
Im Expressgeschäft, das wegen der amerikanischen Aktivitäten ein Sorgenkind der Post bleibt, legte der operative Gewinn um 10 auf 163 Millionen Euro zu. Für das Gesamtjahr rechnet die Post in den beiden Amerikas weiterhin mit einem Fehlbetrag bis zu 300 Millionen Euro und hält an dem von Analysten bezweifelten Breakeven-Ziel im vierten Quartal 2006 fest. Insgesamt stellt die Post beim Expressgeschäft eine Verdopplung des operativen Gewinn von 367 Millionen Euro im Vorjahr in Aussicht. Mit Logistik und Finanzdienstleistungen will die Post den Gewinn 2005 um fünf bis zehn Prozent steigern. (awp/mc/gh)

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