Deutschland: GfK-Konsumklima trübt sich erneut ein

Von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Experten hatten einen stärkeren Rückgang auf 3,1 Punkte prognostiziert. Laut GfK ist vor allem die gefallene Einkommenserwartung für den Rückgang verantwortlich. Die Konjunkturerwartungen hätten sich hingegen stabil entwickelt, während die Anschaffungsneigung sogar leicht zulegte. Der Anstieg der Anschaffungsneigung sei vor allem auf die Rabattaktionen im Einzelhandel zurückzuführen.


Verhaltene Konjunkturentwicklung
Der drohende Anstieg der Arbeitslosigkeit und die voraussichtlich nur verhaltene Konjunkturentwicklung dürften nach Einschätzung des Marktforschungsunternehmens GfK das Konsumklima im laufenden Jahr belasten. «Da allgemein ein weiterer Anstieg der Arbeitslosigkeit als sicher gilt, dürfte sich der Konsum im Jahr 2010 etwas schwerer tun als noch im vergangenen Jahr?, sagte GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. In 2009 war der private Konsum um 0,4 Prozent gestiegen.


Anschaffungsneigung gedämpft
Die steigende Arbeitslosigkeit dürfte vor allem die Anschaffungsneigung dämpfen, sagte Bürkl. Dabei spielen in der Wahrnehmung der Verbraucher Schwellenwerte wie die Vier-Millionen-Grenze eine wichtige Rolle. «Bleiben wir unter dieser psychologisch wichtigen Marke, wäre dies ein positives Signal für die Konsumstimmung.» Arbeitsministerin Ursula von der Leyen geht nicht davon aus, dass die Arbeitslosigkeit in diesem Jahr die Vier-Millionen-Marke überschreiten wird. Einen Einbruch der Konsumentwicklung erwartet die GfK nicht. «Die zu erwartende sehr verhaltene Preisentwicklung dürfte sich auch im laufenden Jahr stabilisierend auf das Konsumklima auswirken», sagte Bürkl. So war die Anschaffungsneigung im Januar wegen Rabattaktionen im Einzelhandel gestiegen. «Die Preiskämpfe vor allem im Lebensmittelhandel werden sich vermutlich im laufenden Jahr fortsetzen.»


Aufträge im Bauhauptgewerbe im November gestiegen
Die Auftragseingänge im Baugewerbe in Deutschland sind im November im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat erneut leicht gestiegen. Preisbereinigt seien sie um 0,5 Prozent geklettert, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit. Während die Baunachfrage im Hochbau um 0,4 Prozent abnahm, erhöhte sie sich im Tiefbau um 1,3 Prozent. Für die ersten elf Monate des vergangenen Jahres ergibt sich allerdings nach wie vor ein recht kräftiger Rückgang der Auftragseingänge um insgesamt 7,6 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. (awp/mc/ps/09)

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