Deutschland: Streiks bei der Bahn werden massiv ausgeweitet

Das beschlossen Hauptvorstand und Tarifkommission der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) in Frankfurt. Befürchtungen, der Streik werde drastische Folgen haben, wies der GDL-Vorsitzende Manfred Schell zurück: «Es wird weder einer verhungern, noch wird einer erfrieren in Deutschland.»


GDL weist Angebot für Verhandlungen zurück
Die Bahn lud die GDL unmittelbar nach der Streikankündigung sowohl mündlich als auch schriftlich zur Wiederaufnahme von Verhandlungen ein. Die GDL wies dies aber ebenso prompt zurück. Weitere Streiks können nur noch verhindert werden, wenn die Bahn schriftlich ein verhandlungsfähiges Angebot über Arbeitszeit und Gehalt vorlege, betonte der GDL-Vorstand.


Weitere Eskalation angedroht
Schell drohte der Bahn bereits mit einer weiteren Eskalation des Tarifkonflikts: Der Regional- und S-Bahnverkehr soll zwar in dieser Woche zunächst von weiteren Arbeitsniederlegungen verschont bleiben. Sollte sich der Bahnvorstand nicht auf die GDL zubewegen, sehe sich die GDL «zu weiteren Arbeitskämpfen gezwungen», sagte Schell. Als Zeitraum nannte er die Woche vom 12. bis 16. November. «Dann werden wir uns nicht auf einen Bereich beschränken, sondern im Nah-, Fern- und Güterverkehr streiken.» Zudem könnten die Streiks dann auch unbefristet sein.


Das Recht, auch im Personenfernverkehr und im Güterverkehr zu streiken, hatte sich die GDL am vorigen Freitag vor dem Sächsischen Landesarbeitsgericht in Chemnitz erkämpft. Im Güterverkehr der Deutschen Bahn sind laut GDL 5500 Lokführer beschäftigt, von denen 80 Prozent in der Gewerkschaft organisiert sind. (awp/mc/pg)

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