Die Metro kommt

von Gérard Al-Fil
Dubais Autofahrer rieben sich in den letzten Februar-Wochen die Augen, als sie sahen, wie die Dubai Metro fast majestätisch entlang der Hauptverkehrsader Sheikh Zayed Road schwebte. Auch wenn es sich dabei nur um Testfahrten handelt: hier soll demonstriert werden, dass der Fahrplan zur ersten Metro-Linie auf der arabischen Halbinsel intakt ist. Obgleich sich auch bei diesem Bauprojekt Verzögerungen ereigneten.


Dubai Metro startet am 9.9.2009
Aus der Ferne ähnelt die blaue Metro dem Cobra Tram in Zürich. Der Unterschied: während im Züri-Tram ein Lockführer sitzt, werden die  Fahrgäste auf der 52 Kilometer langen Rote Linie (Red Line) vom Flughafen bis zum Freihafen Dschabal Ali  komplett führerlos befördert. Eine 23km lange Grüne Linie und eine 49km lange Violette Linie sollen 2010 bzw. 2011 folgen. Die 4,22 Mrd. Dollar teure Magnetschwebebahn wird planmässig am 9. Septmeber 2009 in einem Soft Opening starten. Am gleichen Tag wird der höchste Wolkenkratzer der Welt, der über 800 Meter hohe Burj Dubai eingeweiht. Ebenso wird die künstliche Insel Palm Jumeira eine eigene Bahnstrecke erhalten, die zunächst nicht mit der Dubai Metro vebunden ist.


Kaum Alternativen zum PKW
Das Bahn-Fieber kann freilich nicht darüber hinwegtäuschen, dass Dubai mit seinen 1,5 Millionen Einwohnern eine Autostadt ist und bleibt. Wohngebiete sind fast gar nicht an das öffentliche Busnetz angeschlossen. Die Busse sind oft heillos überfüllt. Kleinwagen scheinen in Dubai einer ausgestorbenen Gattung anzugehören. Im Golfemirat der Eitelkeiten muss es mindestens ein Jeep sein, mit dem man zur Arbeit, zum Sport und natülich zum Shopping  fährt. Für eine erste Entlastung der chronisch verstopften Strassen sorgten immerhin die 401 neuen Personenbusse der deutschen MAN AG. Bis 2010 soll die Zahl die Stadtbusse der Verkehrsbehörde RTA von 700 auf 2?000 aufgestockt werden. «Verbindungen mit dem Bus zu anderen Stätden in den Nachbarländern sind geplant. Allerdings nutzen die Leute am Golf lieber das Flugzeug, um Bahrain oder Katar tageweise zu bereisen», weiss Alexander Smola, General Manager bei MAN Middle East in Dubai.

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