Dresdner Bank nach Rekordhalbjahr trotz US-Hypothekenkrise auf Kurs

Von den Problemen an den US-Immobilienmärkten erwartet das Institut keine Gefahr. «Wir haben schon seit mehr als einem Jahr auf diese Risiken hingewiesen», sagte Walter. Die Dresdner Bank habe im ersten Halbjahr eine konservative Risikostrategie gefahren und dafür ein geringeres Handelsergebnis in Kauf genommen.


Risiko hat wieder einen Preis
Walter betonte, er gehe davon aus, dass das Platzen der Blase am US-Immobilienmarkt die Finanzmärkte nicht nachhaltig destabilisieren werde. Der verunsicherten Geldwirtschaft stehe eine robuste Realwirtschaft gegenüber, sagte er. «Wenn die Dinge normal laufen, müsste die Übernervosität in einigen Monaten zurückgehen.» In den USA werde es aber noch einige Zeit dauern, bis sich der Markt für Baufinanzierungen erholt. «Alles in allem halte ich es für eine gesunde Entwicklung, dass Risiko wieder einen Preis hat.» Die Dresdner Bank, die mit rund 1,6 Milliarden Euro auf dem Markt für zweitklassige Hypothekendarlehen (Subprime-Markt) engagiert ist, werde auch künftig risikobewusst vorgehen. «Wir werden weiterhin alles tun, um nicht heute Umsätze und Erträge zu machen, die morgen zu Verlusten führen.»


Harter Sanierungskurses
Die Allianz-Tochter knackte zwischen Januar und Juni dank eines harten Sanierungskurses und eines starken Privatkundengeschäfts operativ und unter dem Strich die Milliardengrenze. Das operative Ergebnis kletterte um ein Drittel auf 1,097 Milliarden Euro, nach Steuern lag der Gewinn bei 1,084 Milliarden. Die operativen Erträge verbesserten sich um mehr als sechs Prozent auf 3,793 Milliarden Euro. Die Rendite – bei der Dresdner Bank ausgewiesen als Verzinsung auf das eingesetzte Risikokapital (RoRAC) – lag mit 26,6 Prozent zehn Prozent über dem Vorjahreswert.


Deutlich über dem Jahresziel
Damit liegt die Dresdner deutlich über ihrem Jahresziel. Im Gesamtjahr sowie auch nachhaltig will das Institut eine Rentabilität von mehr als 15 Prozent erreichen. Das Verhältnis von Kosten zu Erträgen (CIR) soll unter 75 Prozent sinken. Nach den ersten sechs Monaten lag die Bank auch hier auf Kurs: Die CIR betrug 69,6 Prozent. «Wir sind für die Zukunft gerüstet», betonte Walter. Dabei setze er vor allem auf «anorganisches Wachstum», plane also derzeit keine Zukäufe. Es wäre leichtsinnig, das überschüssige Kapital hier kurzfristig einzusetzen, sagte er.


Investmentbanking hinkt der boomenden Entwicklung hinterher
Bei den Erträgen zeigte sich bei der Dresdner Bank in der ersten Hälfte Jahreshälfte ein gemischtes Bild: Während sich Zinsüberschuss und Provisionsüberschuss binnen Jahresfrist verbesserten, war das Handelsergebnis rückläufig. Vor allem im Investmentbanking hinkt die Allianz-Tochter der boomenden Entwicklung der Konkurrenz hinterher. Die operativen Erträge gingen in dieser Sparte um rund fünf Prozent zurück, das operative Ergebnis sank im Vergleich zum Vorjahr um 28 Millionen auf 372 Millionen Euro.


Konservative Risiko-Positionierung
Finanzchef Klaus Rosenfeld führte dies vor allem auf die konservative Risiko-Positionierung und die entsprechend gestiegene Risikovorsorge zurück. Er verwies aber auf die höhere Rentabilität und das gesunkene Kosten-Ertrags-Verhältnis. Von jetzt 75,8 Prozent soll das CIR innerhalb der nächsten zwei bis vier Jahre bei weniger als 72 Prozent liegen. «Gut Ding will Weile haben», sagte Walter. Im Privatkundengeschäft blieb die Bank bei den Erträgen mit 1,880 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Das operative Ergebnis stieg leicht auf 509 Millionen Euro. Rosenfeld verwies vor allem auf die hohe Profitabilität des Bereiches – das RoRAC lag über 30 Prozent. (awp/mc/gh)

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