Ermittlungen gegen Alstom – Hausdurchsuchungen in der Schweiz

Der ehemalige Manager war für die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften verantwortlich. Über die Korruptions- und Geldwäschereivorwürfe hinaus besteht der Verdacht auf ungetreue Geschäftsbesorgung. Die Bundesbehörde ermittelt zudem gegen unbekannte Täterschaft.


Konzernstandort Baden im Fokus
Im Fokus der Justiz ist insbesondere der Konzernstandort Baden. Es bestehe der Verdacht, dass über die Badener Büros des Konzerns Korruptionszahlungen getätigt worden seien, teilte die Bundesanwaltschaft (BA) mit. Damit sollen über andere Gesellschaften der Gruppe Amtsträger oder Funktionäre in verschiedenen Ländern für den Zuschlag von Aufträgen geschmiert worden sein.


Hausdurchsuchungen
Bei den Hausdurchsuchungen seien insgesamt über 50 Beamte der Bundeskriminalpolizei, zahlreiche Beamte verschiedener Kantonspolizeien und auch mehrere französische Polizeibeamte im Einsatz gewesen, schreibt die BA weiter. Es liege ein Rechtshilfeersuchen aus Frankreich vor.


«Wir arbeiten eng mit der Justiz zusammen»
Alstom bestätigte die Durchführung der Hausdurchsuchungen. «Wir arbeiten eng mit der Justiz zusammen,» sagte Simone Ramser, Sprecherin von Alstom Schweiz, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Zum laufenden Verfahren nehme Alstom aber nicht Stellung. Weder die Alstom-Sprecherin noch die Bundesanwaltschaft gaben Informationen darüber preis, in welchen Märkten und Ländern sich die Korruptionshandlungen abgespielt haben sollen.


Hotline zum Bundesamt für Polizei
Die Bundesanwaltschaft richtete eine Hotline zum Bundesamt für Polizei. Die Strafverfolgungsbehörden hoffen, auf diese Weise «nützliche Hinweise von Alstom-Mitarbeitern oder anderen Personen» zu erhalten, sagte Walburga Bur, Sprecherin der Bundesanwaltschaft gegenüber der SDA. Mit dem laufenden Verfahren befindet sich die Schweizer Niederlassung der französischen Industriegruppe nicht das erste Mal im Visier der Bundesanwaltschaft. Bereits im Mai hatte die BA Ermittlungen gegen Personen aus dem Umfeld des Alstom-Konzerns wegen Korruption und Geldwäscherei im Zusammenhang mit Infrastrukturaufträgen in Südamerika und Asien aufgenommen. Gemäss Mitteilung der Bundesanwaltschaft vom Freitag steht das aktuelle Ermittlungsverfahren «in keinem direkten Zusammenhang mit anderen bei den Strafverfolgungsbehörden des Bundes gegen Personen aus dem Umfeld des Alstom Konzerns hängigen Verfahren».


Führend bei Kraftwerken und Schienentransport
Alstom ist ein führendes und weltweit tätiges Unternehmen in den Bereichen Kraftwerke und Schienentransport. In der Schweiz ist Alstom mit den Sektoren Power Systems, Power Service sowie Transport präsent. Die Energie-Sektoren von Alstom werden weltweit von der Schweiz aus geführt. In der Schweiz beschäftigt Alstom rund 5000 Mitarbeitende, insbesondere an den Standorten Baden und Birr. Weltweit zählt Alstom 65’000 Mitarbeiter in 70 Ländern. (awp/mc/gh/26)

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