Ernst & Young soll für lasche Lehman-Kontrolle büssen

Dies berichtete das «Wall Street Journal» am Montag. Er will Ernst & Young demnach dafür belangen, dass die Buchprüfer die Bilanzierungstricks von Lehman Brothers haben durchgehen lassen. Lehman Brothers hatte sich mit umstrittenen Geldgeschäften namens «Repo 105» schöngerechnet und dadurch die wahre Finanzlage verschleiert, die am Ende in die Pleite führte. Ein Sonderermittler war dem Treiben im Nachhinein auf die Schliche gekommen und hatte die Verfehlungen im März diesen Jahres in einem 2200 Seiten starken Bericht öffentlich gemacht.


Vergleich angestrebt?  
Sonderermittler Anton Valukas hatte bereits damals Ernst & Young scharf kritisiert. Nach Informationen des «Wall Street Journal» könnte die Anklage nun diese Woche erfolgen, wenn sich Ernst & Young nicht vorher mit den Ermittlern vergleicht. Es wäre das erste Mal, dass eine der grossen Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaften für ihre Rolle in der Finanzkrise belangt würde.


158-jährige Geschichte beendet
Bei Lehman Brothers waren am 15. September 2008 nach 158 Jahren die Lichter ausgegangen. Die Investmentbank hatte sich wie so viele andere am US-Hypothekenmarkt verspekuliert. Zurück blieben Zehntausende Geschädigte und ein tiefes Misstrauen innerhalb der Finanzgemeinde. Keine Bank konnte mehr sicher sein, dass der Geschäftspartner auch morgen noch existiert, der Markt fror über Nacht ein. Der Grundstein für die Wirtschaftskrise war gelegt.


Saubere Buchführung attestiert
Ernst & Young hatte Lehman Brothers über Jahre eine saubere Buchführung attestiert. Die Investmentbank war einer der grössten Kunden der Wirtschaftsprüfer. Die Bank of America hatte ähnliche Bilanzierungstricks wie Lehman benutzt und steht nun ebenfalls unter Beobachtung. Sie musste vom Steuerzahler mit 45 Milliarden Dollar vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Die Hilfen sind allerdings wieder zurückgeflossen. (awp/mc/ps/15)

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