EU-Ausblick: Sehr schwach erwartet – Dubai-Sorgen belasten weiter

In den ersten Monaten nach Beginn der Finanzkrise hatte sich die Führung in Dubai noch bemüht, keine schlechten Nachrichten an die Öffentlichkeit dringen zu lassen. Am Vortag musste sie mit einem Appell an die Gläubiger erstmals eingestehen, dass den Staatsunternehmen das Wasser schon bis zum Hals steht. Börsianer sehen hierin besonders angesichts der noch ausstehenden Reaktion der Wall Street wegen des «Thanksgiving»-Feiertages am Donnerstag eine anhaltende Belastung. Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial verlor seit dem US-Handelsende am Mittwoch 2,74 Prozent. Der Nikkei-225-Index ging am Morgen mit sehr schwachen Kursen auf dem tiefsten Stand seit vier Monaten aus dem Handel.


Wie am Vortag dürften sich die Verluste vor allem auf den Finanz- und Rohstoffsektor konzentrieren. Die Indizes der Subsektoren Basic Resources und Banken rutschten um jeweils gut 5 Prozent ab, bieten damit bei einer Entspannung gleichsam das grösste Erholungspotenzial. Relative Stärke hatten indes der Gesundheitssektor sowie Telekom und Nahrungsmittel gezeigt.


Unter den Einzelwerten stehen Papiere von ING im Fokus. Der vom Staat gestützte und vor der Aufspaltung stehende niederländische Finanzkonzerns hat die Details seiner geplanten 7,5 Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung verkündet. Eine neue Aktie sei für 4,24 Euro zu haben, teilte das Unternehmen mit. Am Vortag hatte das Papier an der Amsterdamer Börse bei 8,916 Euro geschlossen. Die Aktionäre können 6 neue für 7 bestehende Papiere erhalten. Insgesamt stehen knapp 1,8 Milliarden neue Anteilsscheine zum Verkauf. Bis zum 15. Dezember soll die Kapitalerhöhung über die Bühne gehen, mit der ING den grössten Teil der staatlichen Hilfe über insgesamt mehr als 10 Milliarden Euro zurückzahlen will.


In London werden die Aktien der Lloyds Banking Group ex-Bezugsrechte gehandelt. Lloyds will bei einer der grössten Kapitalerhöhungen der Wirtschaftsgeschichte insgesamt 13,5 Milliarden Pfund (15 Mrd. Euro) einnehmen.


France Telecom sollten ebenfalls im Auge behalten werden. Der drittgrösste europäische Telekomkonzern hat sich mit den Gewerkschaften auf Kurzarbeit geeinigt. Dies könne den Konzern bis zu einer Milliarde Euro kosten, hiess es. (awp/mc/ps/06)

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