EU-Ausblick: Verluste erwartet – Schwache Vorgaben

Der Future auf den Leitindex Dow Jones Industrial Average (DJIA) verlor seit dem Handelsschluss an den europäischen Börsen 0,42 Prozent. Ben Potter, Marktanalyst bei IG Markets, sprach zwar von einer anhaltend guten Stimmung, diese werde an den Börsen aber immer verhaltener in Kursgewinne umgesetzt.


Die Nachrichtenlage bleibe dünn und Anleger warteten auf den grossen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag, fuhr der Experte fort. Eine Indikation könnten die Erstanträge am Nachmittag bringen. Ein anderer Händler verwies auf den anstehenden Zinsentscheid der Bank of England als möglichen Impulsgeber für die britischen Kurse.


Mit Blick auf die Einzelwerte geht das Tauziehen um Cadbury in eine neue Runde. Der US-Lebensmittelkonzern Kraft Foods müsste im Fall einer Übernahme des britischen Schokoladenherstellers Teile des Geschäfts verkaufen. Die EU-Kommission billigte nach einer Wettbewerbsprüfung den geplanten Einstieg nur unter Auflagen. Ob aber die Übernahme aber überhaupt zustande kommt, ist offen. Der Süsswarenhersteller Cadbury lehnt das Kraft-Angebot als zu niedrig ab. Zudem versucht Cadbury laut einem Pressebericht, sich mithilfe des US-Schokoladenherstellers Hershey vor der drohenden Übernahme durch Kraft zu schützen. Mitglieder des Cadbury-Verwaltungsrats hätten mit Vertretern von Hershey gesprochen, um sie zu einem Gebot für Cadbury zu bewegen, berichtete das «Wall Street Journal».


An der Börse in London richtet sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf Sainsbury. Der Supermarktbetreiber hatte im dritten Geschäftsquartal einen unerwartet hohen Umsatz auf vergleichbarer Fläche erzielt.


Daneben sollten auch die Titel von AstraZeneca in Bewegung geraten. Der britisch-schwedische Pharmakonzern erzielte eine Einigung in einem Patentstreit mit Teva Pharmaceuticals.


In der Schweiz könnten die Papiere von ABB zu den Gewinnern zählen. Die Analysten von JPMorgan erhöhten ihre Einschätzung für die Titel des Elektrotechnikkonzerns von «Neutral» auf «Overweight» und hoben zudem das Kursziel von 22,50 auf 24,00 Franken an. Die Aktien könnten von einem Anziehen der Aufträge Anfang dieses Jahres profitieren, schrieb Analyst Andreas Willi.


In derselben Branchenstudie reduzierte der JPMorgan-Experte aber sein Votum für die Papiere von Schneider Electric auf «Neutral» von zuvor «Overweight». Das Ziel jedoch erhöhte er von 78,00 auf 89,00 Euro. Das Wachstumspotenzial des französischen Elektronikkonzerns sei nun besser eingepreist, hiess es.


Rohstoffwerte wie Rio Tinto oder Xstrata wiederum könnten zulegen, meinte Ben Potter von IG Markets. Diese sollten von wieder steigenden Öl- und Metallpreisen profitieren. (awp/mc/ps/06)

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