EU-Eröffnung: Freundlich – Sehr gute Vorgaben und Übernahmefantasie stützen

Deutliche Kursgewinne an der Wall Street wegen neuer Zinshoffnungen nach einer Rede von Fed-Vize Donald Kohn sorgten für eine Aufhellung der Stimmung an den weltweiten Aktienmärkten. So verwiesen Händler auch primär auf die sehr gute Vorgabe als Katalysator für weitere Kursgewinne. Hinzu komme in Europa die Fantasie auf weitere Zukäufe vor allem durch Investoren aus China.


Der europäische Leitindex EuroSTOXX 50 stand am Morgen mit 0,83 Prozent im Plus bei 4.357,46 Zählern. Der auch Schweizer und britische Werte umfassende STOXX 50 stieg um 0,81 Prozent auf 3.720,49 Punkte. Der Euronext 100 rückte um 0,69 Prozent auf 994,31 Zähler vor. In Paris gewann der CAC 40 0,87 Prozent auf 5.609,66 Punkte. Der Londoner FTSE 100 zog um 0,72 Prozent auf 6.351,70 Zähler an und der Swiss-Market-Index (SMI) gewann 1,14 Prozent auf 8.749,47 Punkte.


Fortis standen mit plus 4,57 Prozent auf 18,98 Euro an der EuroSTOXX-Spitze. Der chinesische Versicherer Ping An hat sich für 1,81 Milliarden Euro 4,18 Prozent am belgisch-niederländischen Finanzkonzern gesichert und ist nun der grösste Einzelaktionär. Mit dem Einstieg habe Ping das Recht, einen Vertreter in das Fortis-Aufsichtsgremium zu schicken, hiess es. Den aktuellen Vereinbarungen zufolge könne Ping den Anteil auf knapp fünf Prozent erhöhen und ihn mit Zustimmung der Fortis-Führung auch darüber hinaus ausbauen. Ping habe jedoch nicht vor, die Mehrheit an Fortis zu erwerben.


Auch andere Versicherer dürften laut Händlern von Übernahmefantasie profitieren. Der chinesische Staatsfonds China Investment Corp (CIC) will im grösseren Stil in Übersee zukaufen. Dabei stünden Versicherer im Visier. Händlern zufolge dürfte das für Fantasie beispielsweise bei ING und AXA als mögliche Ziele sorgen. Der Zukauf zeigt nach Ansicht von KBC-Analyst Dirk Peeters, dass die Bewertung von Fortis attraktiv ist und andere wegen der Kapitalstruktur leicht zukaufen können.


Auch andere Versicherer dürften laut Händlern von Übernahmefantasie profitieren. China Investment Corp (CIC) will im grösseren Stil in Übersee zukaufen. Dabei stünden Versicherer im Visier. Händlern zufolge dürfte das für Fantasie beispielsweise bei ING und AXA als mögliche Ziele sorgen. ING-Aktien verteuerten sich um 2,07 Prozent auf 26,59 Euro und AXA standen mit 1,10 Prozent im Plus bei 27,59 Euro. Der chinesische Staatsfonds wolle in internationale Finanzprodukte investieren und hohe Renditen erzielen, auch über alternative Investments.


Saint-Gobain profitieren von Spekulationen um die Pläne von Wendel . Der Investor hat seinen Anteil an dem Baustoffhersteller von 16,56 auf 17,87 Prozent erhöht und bestätigte damit Berichte der Zeitung «La Tribune», die bereits am Vortag für kräftige Kursgewinne bei Saint-Gobain-Aktien gesorgt hatten. Der Schritt gebe Wendel die Möglichkeit, «Einfluss auf die Strategie» von Saint-Gobain zu nehmen, sagte ein Sprecher von Wendel der Nachrichtenagentur AFP. Saint-Gobain legten 2,12 Prozent auf 68,06 Euro zu, Wendel gewannen 1,93 Prozent auf 106,84 Euro.


In London sorgen mit Erleichterung aufgenommene Zwischenberichte aus den zuletzt unter Druck stehenden Branchen Hypothekenbank und Baumarkt für eine verbesserte Stimmung, sagten Händler. Alliance & Leicester sprangen nach ihrem Zwischenbericht mit plus 10,39 Prozent auf 701,00 Pence an die «Footsie»-Spitze. Trotz der jüngsten Turbulenzen habe das Finanzinstitut die Anleger mit Sorgen über die mittelfristige Liquiditätsausstattung beruhigt, sagten Händler. Der Zwischenbericht der Baumarktkette Kingfisher fiel laut Händlern ebenfalls «nicht so schlimm wie befürchtet» aus – die Aktien sprangen um 4,19 Prozent auf 166,75 Pence nach oben.


In Zürich setzt sich die Erholung der Bankenwerte fort, die bereits am Vortag favorisiert worden waren. UBS legten an der SMI-Spitze 2,57 Prozent auf 55,95 Franken zu, Credit Suisse verteuerten sich um 2,41 Prozent auf 68,00 Franken und Julius Bär stiegen um 2,35 Prozent auf 94,95 Franken. Nestle standen als einziger SMI-Wert im Minus und gaben 0,18 Prozent auf 545,00 Franken ab. Laut «Wall Street Journal» ermitteln kanadische Behörden wegen unerlaubter Preisabsprachen. (awp/mc/gh)

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