EU-Eröffnung: Ins Minus gedreht – US-Futures geben nach

In London, wo die Börse zum Wochenanfang wegen eines Feiertags geschlossen geblieben war, gab der FTSE 100 1,05 Prozent auf 4.857,24 Punkte ab.


Händler verwiesen auf den gestrigen Monatsultimo. Mit diesem seien auch «Window-Dressing»-Massnahmen ausgelaufen – also Massnahmen insbesondere institutioneller Anleger wie Fonds, um zu diesem Stichtag noch die Kursbilanz ihrer Portfolien zu schönen. Auf der europäischen Agenda stehen wie schon zum Wochenauftakt nur wenig Unternehmensnachrichten. Neue Impulse könnten am Nachmittag von US-Konjunkturdaten kommen.


Aktien von Vinci gewannen dank guter Zahlen und nach einer Transaktion 0,55 Prozent auf 37,63 Euro und gehörten damit zu den besten Werten im EuroStoxx 50. Am Vorabend hatte der französische Baukonzern bekannt gegeben, im ersten Halbjahr einen schwächeren Gewinnrückgang erlitten zu haben als von Analysten erwartet. Der Umsatz ging etwas stärker zurück als Ende Juli gemeldet. Ausserdem wagt Vinci den Schulterschluss mit Qatari Diar und schafft damit einen der grössten europäischen Energiedienstleister. Für bis zu 8 Prozent am eigenen Aktienkapital sichert sich Vinci den Konkurrenten Cegelec, ein Tochterunternehmen der Katarer.


Der in verschiedenen Bereiche tätige französische Medienkonzern Vivendi trotzte auch im zweiten Quartal der Wirtschaftskrise, wenngleich sich das Wachstum im Vergleich zum Jahresanfang abschwächte. Zudem bestätigte Firmenchef Jean-Bernard Levy das Jahresziel, den operativen Gewinn deutlich zu steigern. Nach den jüngst abgebrochenen Verhandlungen mit der kuwaitischen Zain über den Kauf von deren milliardenschweren Telekom-Geschäft in Afrika sagte Levy, dieses Thema stehe nicht mehr auf der Agenda. Das Analysehaus CMC-CIC Securities lobte, dank des Mobilfunkanbieters SFR und des Fernsehsenders Canal Plus habe das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (EBITA) über den Erwartungen gelegen. Die Aktie honorierte die Nachrichten mit Aufschlägen von 1,56 Prozent auf 20,18 Euro.


An der Madrider Börse verloren die Aktien des spanischen Baukonzerns Ferrovial 1,91 Prozent auf 25,11 Euro. Der deutsche Flughafenbetreiber Fraport ist am Erwerb der Londoner Flughäfen Gatwick und Stansted nicht interessiert, sagte der kommende Unternehmenschef Stefan Schulte der «Frankfurter Allgemeine Zeitung». Bei der Bilanz-Pressekonferenz im März hatte es noch geheissen, das Frankfurter Unternehmen prüfe diese Flughäfen auf der Verkaufsliste des britischen Konkurrenten BAA, der seit 2006 einem Konsortium unter Führung von Ferrovial gehört.


In London verteuerten sich Anteilsscheine von AstraZeneca um 1,87 Prozent auf 2.893,00 Pence. Der britisch-schwedische Pharmakonzern hatte schon am Sonntag auf dem Fachkongress «European Society of Cardiology» (ESC) in Barcelona Ergebnisse einer Phase III-Studie vorgestellt. Diesen zufolge zeigte das Medikament «Brilinta» gegen Herzanfälle eine grössere Effizienz bei einer geringeren Blutungsneigung als das Konkurrenzprodukt Plavix von Sanofi-Aventis.


Eine negative Studie liess Nokia-Titel um 1,34 Prozent auf 9,57 Euro zurückfallen. Credit Suisse senkte das Votum für die Papiere des Handyherstellers von «Outperform» auf «Underperform», nahm sie von der «Focus List» und schraubte auch das Kursziel von 12,00 auf 8,50 Euro nach unten. Es sei wahrscheinlich, dass die Finnen 2010 ihren Marktanteil bei Smartphones, die im laufenden Jahr für mehr als die Hälfte des Bruttogewinns sorgen dürften, trotz anstehender neuer Produkte nicht halten könnten, hiess es zur Begründung. Daher senkten die Analysten auch ihre Nokia-Gewinnschätzung je Aktie (EPS) für 2010 um 28 Prozent. ( awp/mc/pg/09)

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