EU-Schluss: Knapp behauptet – US-Vorgaben belasten

Technologieaktien gerieten in Europa im Kielwasser von Intel unter Druck – der Halbleiterprimus verlor wegen seines mit Enttäuschung aufgenommenen Ausblicks in New York mehr als 5 Prozent.


Der europäische Leitindex EuroSTOXX 50 verlor bis zum Abend 0,54 Prozent auf 4.146,73 Zähler. Der auch Schweizer und britische Werte umfassende STOXX 50 gab 0,21 Prozent auf 3.760,11 Punkte ab. Der Euronext 100 fiel um 0,31 Prozent auf 971,61 Zähler. Der französische CAC 40 sackte um 0,53 Prozent auf 5.561,78 Punkte ab. In London fiel der FTSE 100 um 0,18 Prozent auf 6.204,50 Zähler.


Technologiewerte mit Halbleiterbezug wie Philips und STMicroelectronics gerieten im Einklang mit Intel unter Druck. Der weltgrösste Halbleiterkonzern stellt sich wegen des hohen Wettbewerbdrucks in der Branche auf eine dauerhaft niedrigere Profitabilität ein. Die Bruttomarge im laufen den Jahr werde um 50 Prozent liegen und damit bereite niedrigeren Niveau von 2006 verharren. Dies enttäuschte Börsianer. Philips fielen um 0,65 Prozent auf 29,08 Euro, STMicro gaben 1,61 Prozent auf 14,66 Euro ab.


ASML Holding , die in dem Sektor ebenfalls Zahlen vorgelegt haben, zählten dagegen mit plus 8,40 Prozent auf 20,39 Euro zu den Favoriten in Europa. Händlern zufolge schnitt der niederländische Anbieter von Chipfertigungsanlagen „auf allen Ebenen besser als erwartet“ ab. Auch der Ausblick auf das erste Quartal und neue Aktienrückkäufe seien positiv. ABN Amro hob die Aktien von „Sell“ auf „Buy“.


Ericsson-Aktien gewannen 0,68 Prozent auf 29,15 Kronen. Händler sprachen von „soliden“ Zahlen, die Sony Ericsson vorgelegt habe. Das Handy-Joint-Venture hat im vierten Quartal 61 Prozent mehr ausgeliefert als im Vorjahreszeitraum – im Gesamtjahr 2006 verkaufte das Gemeinschaftsunternehmen mit Sony 74,8 Millionen Telefone.


EADS-Aktien sackten am CAC-Ende um 2,84 Prozent auf 25,01 Euro. Der Luft- und Raumfahrtkonzern erwartet 2006 wegen eines voraussichtlichen Verlustes der Tochter Airbus eine Belastung seines operativen Gewinns. Das klinge nach einer erneuten Gewinnwarnung von EADS, die Reihe negativer Nachrichten reisse nicht ab, sagten Händler.


Im „Footsie“ verloren Titel des Einzelhändlers DSG International 11,97 Prozent auf 171,00 Pence. Die Umsätze vor Weihnachten seien enttäuschend ausgefallen, in Italien laufe das Geschäft schlecht, zudem seien sinkende Bruttomargen zu verzeichnen, teilte das Unternehmen mit.


ABB zogen in Zürich um 1,15 Prozent auf 22,05 Franken an. Händler verwiesen auf ein Interview, in dem Unternehmenschef Fred Kindle frühere Aussagen zur Akquisitionspolitik wiederholt habe. Übernahmen seien bei der Prozessautomation und im Bereich Power Systems denkbar, im Fokus stünden aber Power Products und Automation Products, sagte der ABB-Chef. (awp/mc/pg)

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