Eurokurs beendet 2005 mit Kursverlust von 15 Prozent zum Dollar

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte am Freitag den Referenzkurs auf 1,1797 (Donnerstag: 1,1825) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8477 (0,8457) Euro. Das Jahr endete am Devisenmarkt unspektakulär. Zwischen den Feiertagen erreichten die Umsätze nur etwa ein Drittel des gewohnten Niveaus, sagte ein Händler. Zahlreiche Anleger hatten sich bereits vor Weihnachten in den Urlaub verabschiedet. Zudem fehlten Impulse, da weder in Europa noch in den USA marktbewegende Konjunkturdaten veröffentlicht wurden.


Überraschender Kursverlust des Euro
Der Kursverlust des Euro – der am 30. Dezember 2004 noch einen Rekordstand von knapp 1,37 Dollar erreicht hatte – kam für die meisten Experten überraschend. Sie hatten angesichts der enormen US-Defizite in Haushalt und Leistungsbilanz mit einer Fortsetzung der Euro-Rally gerechnet. Als wichtigster Markttreiber stellte sich dann aber der Zinsunterschied heraus: Während die US-Notenbank ihren Leitzins 2005 acht Mal auf jetzt 4,25 Prozent an gehoben hat, wagte die EZB lediglich einen Zinsschritt nach oben auf aktuell 2,25 Prozent. Der höhere Zins lockte Kapital in die USA und stützte so die Währung.


US-Defizite werden Dollar belasten
Für 2006 sagen Experte einen wieder steigenden Eurokurs voraus. Die Zinsschere, so die Prognosen, dürfte vorerst nicht weiter auseinander gehen. Zudem ist am Jahresende die steuerbegünstigte Rückführung von im Ausland erwirtschafteten Gewinnen durch US-Unternehmen ausgelaufen, die den Dollar ebenfalls gestützt hat. Ausserdem wird erwartet, dass die Finanzierbarkeit der riesigen US-Defizite wieder eine grössere Rolle am Devisenmarkt spielt und den Dollar tendenziell belastet.


Andere wichtige Währungen
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6853 (0,6883) britische Pfund, 138,90 (139,43) japanische Yen und 1,5551 (1,5585) Schweizer Franken fest. (awp/mc/ab)

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