Galenica und Fresenius Medical Care kooperieren enger

Dies teilte Galenica am Mittwoch mit. Dank dieser Partnerschaft könne Galenica in Zukunft verstärkt das Potential des Eisenpräparates Ferinject ausserhalb dieser Indikation fördern. Die Gründung der neuen Gesellschaft sei eine Erweiterung der bereits bestehenden Abkommen zwischen Vifor Pharma – der Geschäftsbereich Pharma der Galenica Gruppe – und FMC. Vifor Pharma bringe Know-how im Bereich Phosphatbinder und Eisenersatztherapie ein. FMC ermögliche den Zugang zu seinem globalen Netzwerk von Dialysezentren.


Rechte am geistigen Eigentum bleiben bei Vifor 
Das Produktportfolio des Gemeinschaftsunternehmens umfasse die Vifor-Eisenpräparate Venofer und Ferinject im Bereich der Dialyse und Prädialyse sowie den Produktkandidaten PA21, einen neuartigen Phosphatbinder auf Eisenbasis. Der neuen Gesellschaft würden dabei die weltweiten Vermarktungsrechte für Venofer und Ferinject in der Nephrologie übertragen. Die Rechte am geistigen Eigentum verbleiben bei Vifor Pharma. Nebst der Vermarktung bestehender Produkte könne das Unternehmen auch Lizenzprodukte erwerben und weitere Medikamente entwickeln, so die Mitteilung.


Galenica-Beteiligung bei 55% 
Derweil werde FMC die Produkte über ihre Tochtergesellschaften in den USA und Europa sowie in bestimmten Ländern im Mittleren Osten, Afrika, im Raum Asien-Pazifik und Lateinamerika vermarkten. In anderen Ländern sollen Vifor Pharma und ihre derzeitigen Lizenznehmer und Vertreter als Partner der neuen Gesellschaft auftreten. In Japan werde die im September angekündigte Zusammenarbeit für PA21 mit der Kissei Pharmaceutical Co. Ltd. weitergeführt. Galenica beteiligt sich zu 55% und FMC zu 45% an Vifor Fresenius Medical Care Renal Pharma Ltd. Dabei leistet FMC noch in diesem Jahr eine erste Zahlung für ihre Beteiligung und zur Abgeltung der laufenden Entwicklungskosten und Verpflichtungen der Galenica Gruppe in diesem Bereich. Weitere Zahlungen folgen in den kommenden Jahren. Über die finanziellen Einzelheiten der Vereinbarung wurde Stillschweigen vereinbart.


Sitz der Vifor Fresenius Medical Care in der Schweiz 
Der Sitz der Vifor Fresenius Medical Care Renal Pharma Ltd werde in der Schweiz sein, wo genau sei aber noch nicht entschieden, sagte Galenica-Sprecherin Christina Hertig auf Anfrage von AWP. Im neuen Unternehmen würden nur wenige Leute arbeiten, in erster Linie Fachspezialisten von Vifor Pharma, die von Vifor Pharma und FMC unterstützt werden. «Wir wollen keine grosse Organisation aufbauen», so Christina Hertig weiter. Die neue Gesellschaft ermögliche es Vifor Pharma, sich noch stärker auf die weitere Entwicklung und Kommerzialisierung von Ferinject zu konzentrieren. Heute werde das Präparat in vielen Ländern in erster Linie zur Behandlung von Patienten mit chronischen Nierenleiden eingesetzt. Allerdings sei Eisenmangel eine Begleiterscheinung einer Reihe von anderen Krankheiten.


Galenica: Gewinn 2010 auf Vorjahreshöhe erwartet
So werde intravenöses Eisen in weiteren Indikationen wie zum Beispiel in der Kardiologie zur Behandlung von chronischer Herzinsuffizienz, in der Onkologie zur Behandlung von Anämie bei Krebspatienten, in der Gastroenterologie bei entzündlichen Darmerkrankungen und in der Gynäkologie zur Behandlung von schwangerschaftsbezogener Anämie eingesetzt. Ausserdem werde es auch bei präoperativer Anämie verwendet. Vifor Pharma sieht für Ferinject in diesen Bereichen grosses Potential und will dazu zusätzliche wissenschaftliche Evidenz liefern, um das Marktpotenzial weiter zu entwickeln. Da das Gewinnwachstum vollumfänglich in die Aktivitäten zur Ausschöpfung bestehender Potenziale investiert wird, erwartet die Galenica Gruppe 2010 weiterhin einen konsolidierten Gewinn auf Vorjahreshöhe, wie es weiter heisst.  (awp/mc/ps/03)

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