HGAA-Skandal: Untersuchungshaft für Ex-Chef Kulterer

Gegen ihn wird wegen Untreue und Falschaussage ermittelt. In der Nacht zum Sonntag wurde er in die Justizanstalt Klagenfurt gebracht, nachdem er zuvor zwei Tage lang vernommen worden war. Bei einer Hausdurchsuchung am Freitag habe die Polizei gezielt nach bestimmten Dokumenten gesucht und sei auch fündig geworden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Den Angaben zufolge sind die sichergestellten Unterlagen von Relevanz für das Ermittlungsverfahren.


Bis zu 10 Jahre Haft angedroht
Der 56-jährige Kärntner, der bereits wegen Bilanzfälschung zu einer hohen Geldstrafe verurteilt worden war, soll die Bank durch leichtfertige Kreditvergaben um Millionenbeträge geschädigt haben. Bei einer Verurteilung drohen ihm ein bis zehn Jahre Haft. Kulterer hat sämtliche Vorwürfe stets zurückgewiesen. Insgesamt gibt es in dem Verfahren derzeit 40 Beschuldigte. Der Chef der Hypo-Sonderkommission, Bernhard Gaber, sprach bereits am Freitag von einem „Potenzial“ für weitere Festnahmen.


HGAA notverstaatlicht
Als Vorstandschef und späterer Aufsichtsratsvorsitzender war Kulterer massgeblich am Verkauf der Mehrheit an der HGAA an die Bayerische Landesbank im Jahr 2007 beteiligt. Die damals finanziell bereits schwer angeschlagene Kärntner Bank soll in zahlreiche Finanz- und Korruptionsaffären verwickelt gewesen sein. Ende 2009 musste sie notverstaatlicht werden. Der Fehlkauf kostete die bayerischen Steuerzahler mehr als 3,7 Milliarden Euro. (awp/mc/ps/03)

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