Investitionen 2010: Erholungssignale mit Fragezeichen

Zwischen der Industrie und den Dienstleistungsbranchen sind die Unterschiede aber beträchtlich, wie die Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich am Freitag mitteilte. Der aus den Umfrageresultaten errechnete Investitionsindikator ist gegenüber dem Vorjahr merklich gestiegen und liegt nur noch knapp im negativen Bereich.Während die Komponente «Bauinvestitionen» deutlich zulegte, zeigt sich die Komponente «Ausrüstungsinvestitionen» weiterhin leicht im Minus. Die Investitionen der öffentlichen Hand sind in diesen Zahlen allerdings nicht enthalten.


Industriefirmen bleiben zurückhaltend
Die Industriefirmen investieren weiterhin relativ zurückhaltend, zudem sind ihre Pläne mit grossen Unsicherheiten behaftet. Die Dienstleistungsunternehmen zeigen dagegen eine grosse Zuversicht. Sie beabsichtigen, deutlich mehr zu investieren. Die grossen Investitionspläne der öffentlichen Hand führen im Baugewerbe zu stärkeren Investitionen in Ausrüstungen. Wichtigstes Ziel der Investitionen bleibt der Ersatz bestehender Produktionsanlagen. Der Umweltschutz ist in den letzten Jahren bei den Unternehmen immer mehr in den Blickpunkt gerückt. Der Anteil der Firmen, die Erweiterungsinvestitionen vorsehen, liegt auf dem gleichen Niveau wie letztes Jahr. In der Industrie werden die Produktionskapazitäten nicht weiter ausgebaut. Im Baugewerbe ist eine Steigerung um 2.6% vorgesehen.


Finanzierungsengpässe nur für wenige Firmen ein Thema
Klar wichtigste Investitionshemmnisse sind im aktuellen Jahr die unsichere Absatzentwicklung und die sinkenden Erträge. Finanzierungsengpässe sind nur für relativ wenige Firmen ein Thema. Auch die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte hat sich weiter verbessert. Der Anteil der Unternehmen, die keinerlei Investitionshemmnisse beklagen, liegt unverändert bei 12%. Die Direktinvestitionen von Schweizer Firmen im Ausland dürften 2010 erneut leicht zurückgehen. Einzig die Bauunternehmen planen deutlich stärkere internationale Aktivitäten. Sie wollen insbesondere in den Auf- und Ausbau eigener Service- und Vertriebsnetze investieren. Die Gründung eigener Produktionsstätten und Niederlassungen hat demgegenüber an Bedeutung eingebüsst.


Markante Unterschiede bei Planungssicherheit
Neben den geplanten Investitionsvorhaben fragt die KOF die Firmen auch nach ihrer Planungssicherheit. Damit lässt sich abschätzen, wie die Unternehmen ihr wirtschaftliches Umfeld beurteilen. In den letzten Jahren gaben jeweils über 90% der Unternehmen an, die Realisierung ihrer Pläne sei «sicher» oder «sehr sicher». In der aktuellen Befragung zeigen sich zwischen den Sektoren markante Unterschiede. In der Industrie herrscht weiterhin eine grosse Verunsicherung: Nur 68% (Vorjahr: 65%) der Firmen sind sich ihrer Pläne sicher. Im Baugewerbe und dem Dienstleistungssektor haben die Unsicherheiten hingegen abgenommen: So bezeichnen mittlerweile rund 95% der Unternehmen ihre Pläne als sicher, vor einem Jahr waren es rund 85%. (kof/mc/ps)

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