IT spielt im Schweizer Beschaffungswesen keine grosse Rolle

Gemäss einer Ende 2005 von ESPRiT Consulting in Zusammenarbeit mit dem „Competence Center E-Business Basel“ der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) durchgeführten Studie nutzt nur eine Minderheit von Schweizer Unternehmen elektronische Tools für das Beschaffungswesen. Aus der Studie mit dem Titel „Bedeutung der IT in der Beschaffung der TOP 200 Unternehmen in der Schweiz“ geht hervor, dass einzig das „Materialwirtschaftsmodul der eingesetzten betriebswirtschaftlichen Software“ als „modernes Instrument der IT für eProcurement und Supplier Relationship Management (SRM)“ eingesetzt wird.
 
Ernüchterung nach „eProcurement-Hype“
Ansonsten werden Online-Tools für die Beschaffung, Ausschreibungen, Einkaufsauktionen oder für die Zusammenarbeit der Lieferanten sehr wenig eingesetzt. Nach dem „eProcurement-Hype“ sei nun Ernüchterung eingetreten, sagt Kilian Eyholzer, Manager im Fachbereich Beschaffung & Logistik bei ESPRiT Consulting. Es überwiege wieder die Skepsis gegenüber Beschaffungs-Tools.
 
Hohe Kosten – Nichteinhaltung von Terminen
Immerhin hat ein Viertel der Befragten in den letzten fünf Jahren einen „Millionenbetrag“ in die IT-Infrastruktur für die Beschaffung investiert, schreibt ESPRiT Consulting. Die meisten (66 Prozent) wollten das Warenwirtschaftssystem verbessern, 60 Prozent konzentrierten sich auf die Verbesserung des Berichtswesens, 54 Prozent führten E-Invoicing (elektronische Rechnungsstellung) ein. Nicht immer wurden aber die gesteckten Ziele wirklich erreicht. Hohe Kosten und Nichteinhaltung von Terminen waren die Ursache.
 
Realer Nutzen nur schwer abzuschätzen
Vor hohen Kosten fürchten sich dementsprechend 61 Prozent der Befragten. Zudem sei es schwer abzuschätzen, ob ein realer Nutzen aus der Einführung von elektronischen Tools resultiere. Lieferanten liessen sich zudem schlecht an ein Beschaffungssystem anbinden, sagten 55 Prozent. 52 Prozent bedauern die mangelnde Stammdatenqualität.
 
Keine Millionenprojekte
Die Zukunftsaussichten sind aber dennoch ungetrübt. „Die meisten“ Unternehmen wollen in Zukunft wieder in die IT für die Beschaffung investieren. Das Jahresbudget soll durchschnittlich 100’000 Franken betragen. Millionenprojekte soll es eher weniger geben. Die Kosten und die Lieferantenbeurteilung sind immer noch die wichtigsten Kriterien. (inside-IT/mc)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.