Konjunktur-Erwartungen: Optimismus nimmt weiter zu

Der Index zur Beurteilung der aktuellen Konjunkturlage stieg ebenfalls deutlich über das Niveau des Vormonats auf -62.0 Punkte (+17.1 Punkte). Bezüglich der kurzfristigen Zinsen rechnet mit 86.0% die überwiegende Mehrheit der Befragten mit einem unveränderten Niveau in den kommenden sechs Monaten. Die Inflationserwartungen haben sich indessen im Vergleich zum August wieder erhöht und der entsprechende Saldo stieg um 16.9 Punkte auf 26.0 Punkte. Obschon weiterhin eine Mehrheit (62.5%) der Finanzmarktexperten einen Anstieg des Schweizer Aktienmarkindex erwartet, verlor der Saldo im September 10 Punkte gegenüber dem Vormonat und sank auf 43.7 Punkte.


Grossteil sieht Verbesserung der wirtschaftlichen Situation
Die Ergebnisse der jüngsten Umfrage des Finanzmarkttests Schweiz zeigen eine weitere Aufhellung der konjunkturellen Erwartungen in der Schweiz. Über einen Horizont von sechs Monaten prognostiziert über die Hälfte (60.0%) aller befragten Finanzmarktexperten eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation. Dies ist im Vergleich zum Vormonat ein Zuwachs von 22.5 Prozentpunkten. Mit einer Verschlechterung der konjunkturellen Lage rechnen demnach nur noch marginale 2% der Umfrageteilnehmer. Der Credit Suisse ZEW Indikator ist um 39.4 Zähler gestiegen und notiert aktuell bei 58.0 Punkten. 


Aktielle Situation mehrheitlich noch «schlecht»
Die aktuelle wirtschaftliche Situation in der Schweiz bewertet die Mehrheit (64%) der Experten allerdings weiterhin als «schlecht». Ihr Anteil sank jedoch im Vergleich zum Vormonat um 15.1 Punkte. Nur rund ein Drittel (34%) der Befragten beurteilt die derzeitige wirtschaftliche Lage als «normal», und lediglich zwei Prozent der Experten bezeichnet die aktuelle Situation als «gut». Der entsprechende Saldo steigt damit um 17.1 Zähler und notiert aktuell bei minus 62.0 Punkten.


Zinserwartungen unverändert
Die Erwartungen der Experten hinsichtlich der kurzfristigen Zinsen haben sich in diesem Monat kaum verändert. Der Grossteil der Analysten (86%) prognostiziert weiterhin mittelfristig keine Veränderung. Nur 2% erwarten einen Rückgang des aktuellen Zinsniveaus, während 12% der Befragten einen Anstieg erwarten. Der zugehörige Saldo stieg um marginale 0.9 Zähler und notiert aktuell bei 10 Prozentpunkten. Auch bei den langfristigen Zinsen zeichnet sich keine signifikante Veränderung im Vergleich zum Vormonat ab. Das Gros der befragten Experten (60%) erwartet für die nächsten sechs Monate steigende Zinsen. 32% prognostizieren hingegen ein stabiles Zinsniveau.


Keine Änderung bei der Teuerung  
Die Jahresteuerung in der Schweiz betrug im August minus 0.8% und war damit im sechsten Monat hintereinander negativ. Für die weitere Entwicklung der Teuerung erwartet die Mehrheit (62%) der Schweizer Experten keine Veränderungen in der mittleren Frist. 32% der Befragten prognostizieren hingegen einen Anstieg der Inflation. Der zugehörige Indikator steigt um 16.9 Punkte und notiert aktuell bei 26 Punkten.


Analysten erwarten weiter steigende Aktienkurse
Nachdem der Swiss Market Index (SMI) Anfang September auf seinem vorläufigen Jahreshöchststand nahe der 6?300-Punkte-Marke notierte, blicken die Analysten weiterhin optimistisch in die Zukunft. Immer noch rechnet mehr als die Hälfte der befragten Experten (62.5%) mit weiter steigenden Aktienkursen. Allerdings stieg der Anteil der Analysten, die mit einem Sinken des SMI rechnen, um 4.2 Prozentpunkte auf 18.8%. Der entsprechende Saldo fiel um 10 Punkte und notiert nun bei 43.7 Punkten. In Bezug auf den Goldpreis prognostizieren 60.0% der Analysten einen weiteren Anstieg. Das sind rund 23.1% mehr als noch im Vormonat. Lediglich 12.2% der Befragten rechnen mit einem sinkenden Goldpreis in der mittleren Frist. Der Saldo für Gold steigt damit um 31.7 Punkte auf 53.2 Punkte.


Gewinnsituation erneut positiv beurteilt
Die optimistischen Konjunkturerwartungen wirken sich auch auf die Einschätzungen der Gewinnsituation der Unternehmen und deren Umsatzrendite aus. Mit 12.5% (-15.4 Prozentpunkte) erwartet nur noch die Minderheit der befragten Experten eine Verschlechterung der Gewinnsituation. Auch bei den Umsatzrenditen erwarten nur noch 22.9% (-16.6 Prozentpunkte) der Analysten eine Reduzierung. Der entsprechende Saldo gewann 20.4 Punkte, er notiert aktuell bei 4.2 Punkten und liegt damit erstmals seit Dezember 2007 wieder im positiven Bereich. Bezüglich des Schweizer Arbeitsmarktes herrscht nach wie vor Zurückhaltung unter den Experten vor. So erwartet die Mehrheit der Befragten (83.7%) einen weiteren Anstieg der Arbeitslosenrate. (cs/mc/ps)


Ablauf der Umfrage und Methodologie
Eine analoge monatliche Untersuchung für Deutschland führt das ZEW seit 1991 durch. Ziel der Schweizer Umfrage ist, Indikatoren sowohl für das allgemeine Konjunkturklima der Schweiz als auch für den schweizerischen Dienstleistungssektor zu entwickeln. Im Einzelnen werden die Finanzexperten nach ihren mittelfristigen Erwartungen befragt, die sie für wichtige internationale Finanzmärkte hinsichtlich der Entwicklung der Konjunktur, der Inflationsrate, der kurz- und langfristigen Zinsen, der Aktienkurse und der Wechselkurse haben. Zusätzlich werden die Finanzexperten um eine Einschätzung der Ertragslage der Unternehmen in folgenden schweizerischen Dienstleistungsbranchen gebeten: Banken, Versicherungen, Konsum/Handel, Telekommunikation und gesamthaft. Die Salden ergeben sich aus der Differenz der positiven und der negativen Anteile. Die Werte in Klammern zeigen die Veränderungen jedes Indikators gegenüber dem Vormonat.

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