Lehman-Chef: Pleite der Bank wegen Gerüchten und Zögern der Aufsicht

Dies sagte Fuld am Montag vor einem Ausschuss des US-Kongresses in Washington. Die Investmentbank sei am Ende von einem «Sturm der Angst» am Markt in die Knie gezwungen worden. Die einst viertgrösste US-Investmentbank hatte Mitte September nach hohen Verlusten und einem Kurssturz Teilinsolvenz anmelden müssen. Seither wird das fast 160 Jahre alte Traditionshaus mit deutschen Wurzeln zerschlagen und in Teilen verkauft. Gespräche über einen rettenden Notverkauf der gesamten Bank waren gescheitert.


Eigene Fehler eingeräumt
Fuld räumte auch eigene Fehler in der Krise ein. So wie andere Experten habe er Ausmass und Dauer der Turbulenzen unterschätzt, sagte der 62-Jährige laut seiner vorab verbreiteten Stellungnahme vor dem Ausschuss. Das Gremium untersucht die Gründe für den Zusammenbruch und die folgenden Umwälzungen in der US-Finanzbranche. Amerikas Steuerzahler hätten angesichts des 700 Milliarden Dollar schweren staatlichen Rettungspaketes ein Recht zu wissen, wer für die Krise verantwortlich sei und welche Reformen nötig seien, sagte der demokratische Ausschussvorsitzende Henry Waxman.


Wall Street: Kein Stein mehr auf dem anderen
Im Zuge der Kreditkrise wurden die US-Investmentbanken Bear Stearns und Merrill Lynch übernommen. Die Branchenführer Goldman Sachs und Morgan Stanley wandelten sich in Geschäftsbanken mit stärkerer Kontrolle und neuen Finanzierungsquellen um. Damit gibt es an der Wall Street keine grossen unabhängigen US-Investmentbanken mehr. Das Geschäft betreiben Finanzkonzerne als eine Sparte unter ihrem Dach und kleine spezialisierte Häuser, sogenannte Boutiquen. (awp/mc/ps/35)

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