Medikamentenpreise sinken 2010 um 10 Prozent

«Das sind keine Peanuts, sondern es ist schlichtweg die grösste Preissenkung bei Medikamenten, die je von der Pharmaindustrie zugestanden worden ist», so der Sprecher des Krankenkassendachverbandes gegenüber der Nachrichtenagentur SDA weiter. Noch ausstehend ist eine Einigung darüber, wie die Senkung erreicht werden soll. Zur Debatte stehen verschiedene Möglichkeiten. Eine davon ist die Ausweitung des Länderkorbes, der für die Bemessung der Medikamentenpreise herangezogen wird, auf Tiefstpreisländer. Oder die Preissenkung würde auf die teuersten Produkte konzentriert.


KK-Prämien 2010 um zwei Prozentpunkte entschärft
«Wenn wir uns nicht einigen können, wird das Bundesamt für Gesundheit entscheiden müssen», sagte Schneuwly. Laut santésuisse würde der Preisnachlass eine Entschärfung des für 2010 erwarteten Anstiegs der Krankenkassenprämien um zwei Prozentpunkte ermöglichen. Santésuisse erhofft sich weitere 100 Mio CHF Einsparungen bei den Vertriebsmargen. Grossverteiler, Apotheken, Spitäler und Ärzte, die Medikamente verkaufen, erhalten heute eine Marge von 15% auf den Verkaufspreis. «Das Bundesamt für Gesundheit will die Marge auf 12% senken. Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung», sagte Schneuwly.


Weiteres Sparpotenzial
Fügt man zu diesen Massnahmen noch die angekündigte Senkung der Labortarife um 200 Mio CHF und der Tarife für medizinische Hilfsmittel um 100 Mio CHF hinzu, kommt man auf ein Total von 800 Mio CHF. Damit könnte der Prämienanstieg laut Schneuwly um vier Prozentpunkte reduziert werden. Ende Mai hatte das Bundesamt für Gesundheit für 2010 einen Anstieg der Krankenkassenprämien um durchschnittlich 15% angekündigt. «Wir wollen den Anstieg nach wie vor unter der 10-Prozent-Marke halten», sagte der santésuisse-Sprecher. Um dies zu erreichen, seien noch weitere Massnahmen nötig, «vor allem bei den Spitalambulatorien». (awp/mc/ps/19)

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